„Das einzige Hintergrundmagazin für Sport“

Am Montag kommt "Sport Inside" aus der Sommerpause zurück - und geht zum 100. Mal über den Sender. WDR-Sportchef Steffen Simon erklärte MEEDIA, warum er das Format trotz mäßiger Quoten halten will, wie die Sendung dem Ersten hilft und welchen Stolz er empfindet, weil das Format auch im dritten Jahr noch zu sehen ist. Simon: "Die ARD-'Sportschau' ist dank den Recherchen von 'Sport Inside' deutlich hintergründiger geworden."

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Herr Simon, am Montag um 22.45 Uhr geht das hintergründige Fernsehformat "Sport Inside" zum 100. Mal über den Schirm. Sie haben die Sendung vor drei Jahren als Sportchef des WDR mit ins Leben gerufen. Seitdem ist wenig passiert – gab es denn keine Entwicklung?

Ich freue mich zunächst einmal, dass es das Format gibt. Wenn man die 100. Sendung erreicht hat, dann ist das eine Zwischenmarke, auf die man stolz sein kann. "Sport Inside" hat sich als einziges Hintergrundmagazin für den Sport im deutschen TV-Markt etabliert. Darüber hinaus genießt es eine hohe Aufmerksamkeit bei den sogenannten Multiplikatoren.

Es schalten also vor allem Sportfunktionäre ein?

Nicht nur, auch Leute wie Sie sehen sich die Sendung an. Nur wenige Formate im WDR-Fernsehen finden einen solchen Niederschlag in der deutschen Presselandschaft wie das "Sport Inside" mit seinen Recherchen schafft.

Wobei schon die eine oder andere Recherche von "Sport Inside" einfach einen Tag vorher, am Sonntag von der "Sportschau" im Ersten abgegriffen wird, oder?

Da schaffen wir Synergien. Das sind wir auch den Autoren schuldig, die mit ihren Recherchen mitunter Machenschaften im Sport aufdecken. Es ist ein Unterschied, ob Sie 200.000 oder zwei Millionen Menschen erreichen. Wir zeigen in solchen Fällen in der "Sportschau" ein drei- bis vierminütiges Extrakt von dem, was am Montagabend ausführlicher in neun bis zehn Minuten bei "Sport Inside" zu sehen ist.

Hätten Sie diese Geschichten auch, wenn es "Sport Inside" nicht gäbe?

Vieles davon sicher nicht. Die ARD-"Sportschau" am Sonntag ist dank den Recherchen von "Sport Inside" an der einen oder anderen Stelle deutlich hintergründiger geworden.

Als das Format vorgestellt wurde, sagte Ihr Chefredakteur Jörg Schönenborn, "Sport Inside" werde nicht an seiner Quote gemessen. Und dennoch bleibt der Marktanteil ein wichtiger Gradmesser. Wo steht "Sport Inside"?

Der Jahresschnitt lag in Nordrhein-Westfalen bei 3,3 Prozent, knapp 300.000 Menschen sehen uns bundesweit zu. Die Annahme, dass man für eine hintergründige Sportberichterstattung ein Massenpublikum begeistern kann, können wir damit anhand des Beispiels "Sport Inside" also mit "Nein" beantworten. Diese Themen gehören aber einfach in unser Portfolio. Das ist eine journalistische Aufgabe, die uns sehr wichtig ist.

Der Sportchef des Bayerischen Rundfunks, Werner Rabe, sagt ja schon seit gut zwei Jahren, er könne sich vorstellen, "Sport Inside" in seinem Dritten zu zeigen. Auf den derzeitigen Stand angesprochen sagte er uns vor wenigen Tagen, er sei "in dieser Gelegenheit noch nicht weiter". Sprechen Sie mit anderen Landesrundfunkanstalten, die "Sport Inside" ebenfalls ausstrahlen wollen?

Eine konkrete Anfrage anderer Sender ist bisher nicht an mich herangetragen worden. Die Sendung stünde natürlich jedem in der ARD zur Verfügung, der sie haben wollte.

"Sport Inside" war mit zwei Mann gestartet. Haben Sie aufgestockt?

Nein, es ist bei diesen zwei Planstellen geblieben. Was wir aber feststellen konnten, sind deutliche Steigerungen in den Autorenleistungen. Wir haben inzwischen richtig gute Filmemacher. Das Team, das auch aus Autoren besteht, die früher nur für Zeitungen und Magazine gearbeitet haben, hat sich mit der Sendung enorm weiterentwickelt.

Wie lange können Sie denn so ein Format überhaupt halten, bei einem Marktanteil von gerade einmal 3,3 Prozent und das auch bloß im Sendegebiet?

Es gibt keine Diskussionen, "Sport Inside" abzuschaffen. Wir haben mit Jörg Schönenborn zudem den bestmöglichen Unterstützer auf unserer Seite. Außerdem ist "Sport Inside" ein Format, das man wie gesagt nicht nur an seinen Kosten oder seinen Quoten messen kann. Dass die Sportberichterstattung in der ARD in den vergangenen Jahren, nach vielen kritischen Anmerkungen, zupackender geworden ist, hat auch – wenn auch nicht nur – mit "Sport Inside" zu tun. Wir haben dadurch nämlich im ARD-Verbund eine Plattform geschaffen, die in der gesamten deutschen Fernsehlandschaft einmalig ist.

Eine Sendung, die bis heute nicht im Ersten zu sehen ist. Warum?

Ich habe das nie verfolgt. Wir engagieren uns mit unserem Team in Köln an vielen Stellen sehr für das Erste. Wir sind aber auch stolz darauf, ein Alleinstellungsmerkmal wie "Sport Inside" im WDR zu haben. Und die Dinge, die wir originär als exklusive Rechercheergebnisse ans Tageslicht befördern, finden ja in der "Sportschau" auch im Ersten vor großem Publikum ihren Niederschlag.

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