Wenn blaues Blut in Wallung kommt

Diese Woche gab es eine nette Medien-Adels-Posse zu besichtigen. Eduard von Anhalt, Herzog zu Sachsen, sorgte mit einer etwas voreiligen Hochzeitsankündigung von Prinz William für Aufruhr in der britischen Presse. Auch Frederic von Anhalt schaltete sich in die Diskussion ein und brachte das blaue Blut zusätzlich in Wallung. Bertelsmann-Chefin Liz Mohn ließ sich von People-Expertin Karin Schlautmann eine Image-Broschüre schneidern, und Helmut Markwort findet immer mehr Gefallen an der Schauspielerei.

Anzeige

Das Neue Blatt berichtete vergangene Woche sehr exklusiv, dass der englische Prinz William und seine Flamme Kate Middleton im Juli nächstes Jahr heiraten würden. Geflüstert hat dem Bauer-Yellow das kein Geringerer als Eduard von Anhalt, einer der vielen Cousins von Prinz Charles. Und der müsste es ja wissen, denn wie schrieb das Neue Blatt in der dazugehörigen Pressemitteilung: "Der 68-jährige Prinz weiß, wovon er spricht, denn er gehört zu den ersten Deutschen, die eine Einladung zur Hochzeit bekommen." Jetzt bekommt er vielleicht gar keine Einladung mehr. Denn das englische Königshaus war nicht amüsiert über die Breaking News aus good old Germany. Der vermeintliche Hochzeits-Scoop aus dem Hochadel entpuppte sich nämlich als veritable Ente.

Die britische Presse nahm die Meldung auf und stellte fest: Nix dran. Eduard von Anhalt habe Quatsch erzählt. Die Daily Mail zitierte eine Quelle mit Nähe zum Königshaus: "Dieser Gentleman weiß nicht, wovon er redet. Prince William hat wahrscheinlich noch nie von ihm gehört." Prompt veröffentlichte der gescholtene Adelige auf seiner Homepage eine "Richtigstellung", in der er schreibt, dass er das vielfach zitierte Interview "einem gewissen Magazin" in "dieser Form nicht gegeben und auch nicht authorisiert (sic!)" habe. Das Neue Blatt hat die entsprechenden Aussagen Eduard von Anhalts aber schriftlich vorliegen, und er hat auch von Bauer Media, wo das Yellow erscheint, bisher keine Gegendarstellung oder gar Richtigstellung verlangt.

Die Sache rief nun Frederic von Anhalt auf den Plan. Der Ehemann von Zsa Zsa Gabor ist durch Adoption zur von-Anhalt-Sippe gekommen, was dort nicht nur für Begeisterung gesorgt hat. Zur Erinnerung: Frederic von Anhalt ist jener Mann, der bei der ProSieben-Show "Die Burg" vor laufender Kamera in das Badewasser von Kader Loth gepinkelt hat. Dieser Frederic von Anhalt nun schrieb über Eduard von Anhalt auf seiner Website einen vor Schreibfehlern nur so strotzenden Text, der folgendermaßen beginnt: "Adel ist nicht immer nobel und Eduard von Anhalt hat es wieder einmal getan. Er nutzte keinen geringeren wie Prince William und Kate Middleton, um den Medien erneut zu zeigen, dass es im Hause Anhalt-Askanien auch bekloppte gibt." In diesem Duktus geht es dann noch eine Weile weiter. Dazu stellte der forsche Frederic ein unvorteilhaftes Foto von Eduard von Anhalt, dem er ein Art Clownshut dranpappte. Adel ist nicht immer nobel, da hat Frederic von Anhalt wohl Recht. Wer wüsste das besser als er?

Die Bertelsmann Stiftung hat  eine kleine Image-Broschüre über Konzern-Lenkerin Liz Mohn herausgegeben (hier kann man sie kostenlos runterladen). Die taz hat die 40-seitige Papier entdeckt und darüber berichtet. "Positionen" heißt es und enthält “ausgewählte Veröffentlichungen” von und über Liz Mohn. Nun liegt es in der Natur der Sache, dass in einem solchen "Ich über mich"-Heft keine allzu kritischen Stimmen auftauchen. Statt dem Spiegel-Artikel, in dem Thomas Schuler (Autor von "Bertelsmannrepublik Deutschland: Eine Stiftung macht Politik") die Bertelsmann-Stiftungen kritisch unter die Lupe nahm, hat man für "Positionen" lieber ein ein Porträt der Firmen-Lenkerin von Bunte-Feder Paul Sahner ausgewählt. Die Macherin des "Positionen-Papiers" hat einen Hang zur People-Presse. Die Verantwortung für die Broschüre liegt laut Impressum bei Karin Schlautmann. Die war mal Chefredakteurin bei Frau im Spiegel und Vize-Chefin bei Gala.

Gerade hat der scheidende Focus-Chef den Tod im “Jedermann” in Frankfurt gegeben. Ende Oktober tritt er mal wieder als Dummbach im Darmstädter "Datterich" auf. Für eine Benefiz-Aktion sind diesmal noch andere prominente Darsteller dabei, u.a. der frühere Sat.1-Chef Matthias Alberti, wie wuv berichtet hat. Helmut Markworts Schauspieler-Karriere zieht immer weitere Kreise.  So absolvierte er in dem jetzt schon etwas älteren Til-Schweiger-Streifen “1 1/2 Ritter” einen Gastauftritt und fürs ZDF stand er unlängst für eine Komödie als Kiosk-Besitzer auf Sylt vor der Kamera. Helmut Markwort findet seine neue Rolle. Beziehungsweise: seine Rollen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige