FR: DuMont will bis zu 50 Jobs streichen

Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Mitte der Woche gab es erste Gerüchte, dass es bei der Frankfurter Rundschau zu einem drastischen Stellenabbau kommen könnte. Jetzt berichtet der Spiegel, dass nach Vorstellungen der Geschäftsführung erneut 30 bis 50 Stellen – diesmal vor allem in der Redaktion - gestrichen werden sollen. Der Titel, der mehrheitlich dem Kölner Verlagshaus M. DuMont Schauberg gehört, hat offenbar in der Anzeigenkrise schwer gelitten und arbeitet defizitär.

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Ein erstes Anzeichen, dass das Management vor allem mit der Anzeigensituation nicht zufrieden ist, war der Abgang der Chef-Vermarkterin Petra Linke in der vergangen Woche.
Die Verhandlungen des FR-Geschäftsführers Karlheinz Kroke mit dem Betriebsrat kommen zu einem überraschenden Zeitpunkt. Die meisten Experten, selbst der DJV-Chef Michael Konken, hielten die Krise bereits für überwunden. Im MEEDIA-Interview sagte er noch: „Fest steht: Es gibt keine Einsparpotentiale mehr. Die Redaktionen sind schon ausgeblutet. Zudem sind nach unserer Kenntnis keine weiteren großen Entlassungswellen geplant. Der Spartrend scheint erst einmal gestoppt zu sein.“
Neben der Anzeigenentwicklung dürfte auch die schlechte Auflagenentwicklung des Tabloid-Titels für einige Sorgenfalten in der Führungsetage sorgen. Alleine in den vergangenen zehn Monaten verlor die Tageszeitung zehn Prozent seiner Auflage. Akutell liegt der Gesamtverkauf bei 133.050 Exemplaren. Vor fünf Jahren lag er noch um 18 Prozent höher. 
Laut Horizont.net hatte der Betriebsrat als Folge der neuen Kooperation mit der Berliner Zeitung, bereits einen weiteren Stellenabbau befürchtet. Im April gründete die FR zusammen mit der Berliner Zeitung, die ebenfalls zu M. DuMont Schauberg gehört, eine spezielle Redaktionsgemeinschaft. In ihr kümmern sich insgesamt 17 Mitarbeiter für die Politikberichterstattung und neun um die Wirtschaftsstorys beider Titel.
Die Arbeit der neuen Redaktionsgemeinschaft scheint jedoch zu funktionieren. Bislang gab es kaum kritische Stimmen und im Interview mit Horizont.net sagte die Chefredakteurin der neuen Content-Einheit, Brigitte Fehrle: „Die sichtbare Qualitätsverbesserung ist für mich wirklich das frappierenste an dem ganzen Projekt.“
Möglicherweise sorgt gerade der Erfolg dieses Projektes nun dafür, dass ein weiterer Stellenabbau bei der Frankfurter Rundschau möglich wird.

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