Das Ende der Handy-Flatrate

Mobiler Traffic-Stau: Statt Flatrates sollen künftig Volumentarife den Datenhunger der Smartphones begrenzen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer unter knapp 400 internationalen Mobilfunk-Managern. Auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen will die Branche verstärkt auf Apps und zusätzliche Mobil-Dienste setzen, die zur wichtigsten Umsatzquelle werden dürften. Zudem erwarten die Mobilfunk-Bosse eine weiter verschärfte Debatte um die Netzneutralität.

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Die Entwicklung neuer Tarifmodellen gehört demnach zu den größten Herausforderungen der Branche. 55 Prozent der befragten Mobilfunkmanager halten volumenabhängige Tarife, wie sie früher üblich waren, für die richtige Antwort auf den großen Datenhunger der Smartphones von Apple und Co. Die Mehrheit (55 Prozent) der Führungskräfte erwartet  zudem eine weiter verschärfte Debatte um eine Abkehr von der Netzneutralität und die Bevorzugung bestimmter Datendienste. Dagegen sei der Spielraum für Umsatzsteigerungen mit Flatrate-Angeboten annähernd ausgeschöpft.
"Die Umfrage belegt, dass Mobilfunkanbieter weltweit planen, ihre Tarifstrategien neu zu gestalten", erklärt Thomas Tschentscher, Mobilfunk-Spezialist bei Freshfields Bruckhaus Deringer in Deutschland. Nach Unternehmensangaben wurden im Juni 2010 391 Mobilfunk-Manager aus 55 Ländern befragt.
Zur Begründung verweisen die Befragten unter anderem auf die hohen Kosten für den Auf- und Ausbau neuer Breitband-Netze und stark steigende Netzbelastung durch die Datenflatrates für internetfähige Mobiltelefone, bei denen sich Kunden zum Festpreis beliebig viele Daten herunterladen können.
"Es gibt klare Anzeichen für einen Wandel in der Branche hin zu einer stärkeren Ausrichtung auf attraktive mobile Inhalteangebote", so Tschentscher weiter. Die Mobilfunkanbieter müssten Lösungen für den stark ansteigenden mobilen Datenverkehr finden und zusammen mit Hardware-Herstellen, App-Entwicklern und anderen Diensten neue Businessmodelle entwickeln.
Zu den wichtigsten Umsatzbringern der nächsten Jahre zählen die Befragten das Geschäft mit Apps (37 Prozent), mit Voice-Downloads (36 Prozent) und Video-Downloads (32 Prozent). Entsprechend plant mehr als ein Drittel der Mobilfunkbetreiber (35 Prozent), in den nächsten drei Jahren ihr Angebot von Inhalten und Diensten für die Nutzer zu erweitern. Fast 80 Prozent erwarten dabei eine Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition durch eine Öffnung ihrer Plattformen für unabhängige Applikationsentwickler, und fast die Hälfte (45 Prozent) will eigene sogenannte "App Stores" eröffnen.

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