Digitaler Kurswechsel: Klasse statt Masse

Der norwegische Medienkonzern Schibsted (u.a. Aftenposten) hat einen in der Branche ungewöhnlichen Einblick in seine Online-Erlösstruktur gegeben: Gegenüber Investoren trug der Verlag vor, dass die monatlichen Einnahmen pro "unique visitor" bei zwei Kronen (rund 25 Cent) liegen. Das ist, trotz gestiegener Reichweite und verbesserter Genauigkeit, weniger als im Jahr 2006 erzielt wurde. Als Konsequenz will Schibsted in die Qualität des Traffics investieren, auch auf Kosten der Klickzahlen.

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Schibsted, in Deutschland durch den "Kölner Zeitungskrieg" um das Gratisblatt 20 Minuten bekannt, ist in 18 Ländern vertreten und seit langem führend in der strategischen Entwicklung von Online-Angeboten. Das zur Guardian-Gruppe gehörende Branchenmagazin PaidContent sieht in dem Richtungswechsel Parallelen zum Kurs der englischen Mirror-Gruppe, die die Jagd nach Suchmaschinen-Traffic weitgehend aufgegeben hat, um mit spezialisierten Angeboten eine loyale Nutzerschaft zu gewinnen, die wiederum besser vermarktbar ist.

Media Norge, Schibsteds Heimat-Zweig, kündigte zugleich an, im Bereich Online 12,5 Millionen Euro einsparen zu wollen, das entspricht in etwa dem radikalen Sparkurs, mit dem der Konzern im zweiten Quartal 2010 seinen Gewinn um 8,5 Prozent gesteigert hat. Zur neuen Strategie gehören auch bezahlte Inhalte: Das Klima für den Verkauf von Inhalten im Netz habe sich gebessert.

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