ZDF-Bellut stichelt gegen die ARD

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung hat der ZDF-Programmchef Thomas Bellut einige wohl dosierte Spitzen gegen die ARD abgefeuert. Mit ihrer Neuordnung des wöchentlichen Abendprogramms sorge die ARD “jedenfalls für Unterhaltung”, so Bellut. Außerdem meldete er Zweifel an, ob es der ARD tatsächlich gelingt, die “Tagesthemen” auf eine einheitliche Anfangszeit zu bringen. Auf “unfreundliche Programmierungen” der ARD sei man beim ZDF zudem vorbereitet.

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“Wir warten gelassen ab, wie die Neusortierung ausfällt”, sagte Bellut der SZ mit Blick auf die noch unbekannte Neuordnung der wöchentlichen Talkshows im Ersten nach der Verpflichtung von Günther Jauch für den Sonntagabend. Hintergrund: Die ARD hatte angekündigt, wochentags jeden Abend eine anderes Format einzusetzen, mit Anne Will, Frank Plasberg, Sandra Maischberger, Harald Schmidt und Reinhold Beckmann. Die Tagesthemen sollen im Zuge der Neugestaltung auf einen einheitlichen Sendeplatz gerückt werden, wohl um 22.15 Uhr. Bellut kommentierte dies in der SZ mit den Worten: “Ich bin gespannt, ob die Ankündigung einheitlicher Tagesthemen-Zeiten an Wochentagen wirklich umgesetzt wird.”

“Hart aber Fair”-Moderator Frank Plasberg habe zudem eine “sehr erfolgreiche politische Sendung etabliert” – müsste diese Sendung nach den “Tagesthemen” beginnen, sähe sie anders aus, schrieb Bellut den Kollegen von der ARD ins Stammbuch. Das Konkurrenzverhältnis zwischen dem Ersten und dem Zweiten sei nach dem Weggang des früheren ARD-Programmdirektors Günter Struve mit dessen Nachfolger Volker Herres nicht anders geworden, so Bellut: “Es ist nicht leichter geworden. Da wird sich so schnell nichts ändern.”

Für das ZDF selbst gab Bellut ein klares Bekenntnis zum viel kritisierten digitalen Spartenkanal ZDFneo ab. Für 2010 sei das Ziel von 0,2 Prozent Marktanteil bei allen Haushalten schon erreicht worden. Rund 30 Mio. Euro hat das ZDF in neo investiert, um dort jüngere Zuschauer anzusprechen und mit neuen Sendeformaten zu experimentieren. Auf den Hinweis der SZ, dass von neuen Sendungsformen und neuen fiktionalen Inhalten bei ZDFneo bisher nichts zu sehen ist, antwortete Bellut:: “Wir haben erste Erfahrungen beim Ausstrahlen amerikanischer Serien gemacht.” Immerhin. Außerdem verwies er auf einen kommende Talkshow mit dem Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre.

Die satirische “heute show” im ZDF-Hauptprogramm soll fortgesetzt werden und Bellut setzt auch weiterhin auf Markus Lanz als ZDF-Gesicht. Auf Gerüchte, dass Lanz Nachfolger von Günther Jauch bei “stern TV” bei RTL werden könnte, wollte Bellut nichts geben: “Wir werden in den nächsten Wochen zu einer Verlängerung seines Vertrages kommen, da bin ich mir sicher.”

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