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Werber nehmen Street View aufs Korn

Street View wird zum Werbegag: Von Sixt ist man es schon gewohnt, dass aktuelle Themen witzig aufgegriffen werden. Diesmal nimmt sich der Autovermieter die Street View-Debatte vor. Im Web wirbt Sixt mit einem Auto, das den Wagen ähnelt, mit denen Google deutsche Städte abfotografierte. Der Slogan: "Schauen Sie sich doch Deutschland lieber selbst an." Auch die Wirtschaftswoche macht die Diskussionen um den Webdienst jetzt zum Thema und wirbt mit: "Sorry Google, aber in die Chefetagen schauen weiterhin wir.“

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Den Schöpfer der Kampagne, wollte Sixt auf MEEDIA-Anfrage nicht verraten. Es sei jedoch nicht die Stammagentur Jung von Matt Hamburg gewesen. "Daraus lässt sich aber nichts ableiten", so ein Sixt-Sprecher. Demnach sei es ganz normal, dass der Autovermieter punktuell immer wieder auch mit anderen Kreativen zusammenarbeitet.

Auch in seinem Blog nimmt sich Sixt Street View vor. Dort ist der mit einer Kamera ausgestattete Opel ebenfalls zu sehen. Darunter der Slogan: "Street View von Google. (Bringt mächtig Ärger)". Daneben zeigt Sixt einen weißes BMW Cabrio. Hier die Unterzeile: "Street View von Sixt. (Bringt mächtig Freude)".
Es lag die Vermutung nahe, dass mit der Werbung nicht nur Google, sondern auch Opel aufs Korn genommen wird. Schließlich hatte der Autobauer am gestrigen Dienstag von der Wettbewerbszentrale, wegen Irreführung in seiner aktuellen "Lebenslange Garantie"-Kampagne, eine Abmahnung erhalten. „Wir beanstanden hier eine irreführende Blickfangwerbung, weil entgegen der vollmundigen Ankündigung eine „lebenslange“ Garantie tatsächlich nicht von Opel gewährt wird“, erklärte Reiner Münker, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied der Wettbewerbszentrale. Demnach vermerke Opel lediglich mit einem Sternchenhinweis, dass die Garantie nur bis zu einer Laufleistung von 160.000 km gilt. Bereits ab 50.000 km muss sich der Kunde außerdem an den Materialkosten beteiligen. Hierzu kommentierte Sixt jedoch: "Es hätte ebenso gut ein anderes Fahrzeug sein können. Dahinter steckt keine Strategie."

Werbliche Schnellschüsse mit tagesaktuellen Ereignissen gehören bei Sixt mittlerweile zum guten Ton. Zuletzt griff der Autovermieter den umgefallenen Blumenkübel auf, der via Twitter Berühmtheit erlangte. Mit Veräppelungen des Hitzechaos in Bahnwagons machte das Unternehmen kürzlich ebenfalls von sich reden. Auch die durch Aschewolke, die ein Vulkan in Island ausgelöst hatte, wusste Sixt witzig aufzugreifen: "Gehen Sie nicht in die Luft wegen so viel Asche! Mieten Sie für weniger bei Sixt."
Im Rahmen ihrer neuen Aktualitätskampagne mischt sich auch die Wirtschaftswoche in die Debatte um Google Street View ein. Die WiWo kommentiert den Launch des Internetdienstes mit der Headline "Sorry Google, aber in die Chefetagen schauen weiterhin wir" und zeigt ebenfalls eine 360-Grad Kamera. Die Werbung wurde von der WiWo-Stammagentur Jung von Matt/Spree entwickelt. Die Motive erscheinen in Zeitschriften und überregionalen Tageszeitungen sowie als Onlinewerbemittel.

"Unter dem Motto ‚Die aktuellen Themen – die wichtigsten Hintergründe‘ werden regelmäßig politische und gesellschaftliche Ereignisse zum Anlass genommen, um die wirtschaftsbezogene Perspektive, die Inhalte und die journalistische Kompetenz der WirtschaftsWoche unter Beweis zu stellen", teilte die Werbeagentur mit.
Zuletzt hatte die Wirtschaftswoche dem Abgang von BP-Chef Hayward ein Motiv gewidmet. Das Ausscheiden der deutschen Nationalelf bei der WM in Südafrika wurde mit dem Satz "Schade, bei dem Goldpreis" kommentiert.

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