Web-Tools: die besten Google-Alternativen

Dieser Konzern hat anscheinend das Potenzial, die versammelte Medienlandschaft in Aufruhr zu bringen. Nach Bild & Co. beschäftigt sich auch der morgige Stern mit Google. Offenbar haben immer mehr Surfer genug von der US-Datenkrake und seinen unzähligen Webdiensten. Ob Suchmaschine, Street View oder Picasa: MEEDIA erklärt, wie man ein digitales Leben auch außerhalb des Google-Universums führen kann und welche Online-Tools sogar noch mehr können.

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Der Widerstand gegen Googles Street View-Pläne will einfach nicht abreißen. Anfang der Woche erhöhte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner bei einem Treffen mit Vertretern von Google am deutschen Firmensitz in Hamburg noch einmal den Druck auf den US-Konzern. Zu Inhalten des Gesprächs wollte das Verbraucherschutzministerium keine Stellungnahme abgeben.

Die dpa berichtet, dass das Bundesverbraucherministerin davon aus geht, dass bei Google per Brief oder Fax bereits 50.000 Widersprüche von Hausbesitzern und Mietern gegen die Veröffentlichung von Bilder ihrer Häuser eingegangen sind. Weitere 100.000 Widersprüche könnten demnach per E-Mail an Google gerichtet worden sein. Insgesamt 200.000 könnten es bis zum Ende des Jahres werden. Mit so viel Gegenwind dürfte man bei Google wohl nicht gerechnet haben.

Möchten Sie dem US-Konzern abschwören? Wer keine Lust hat, seine Daten einzig und allein im Google-Produktuniversum zu lagern, kann auf jede Menge Alternativen zurückgreifen. Einige können sogar mehr.

Suchmaschine: Mit Ixquick anonym stöbern
Wir suchen längst nicht mehr im Netz. Wir googeln. Der Nachteil: Google registriert Anfragen und erstellt daraufhin Nutzerprofile. Wem das nicht passt, der sollte einmal Ixquick ausprobieren. Die Metasuchmaschine hat seit Anfang des Jahres einen Anonymisierungsdienst gestartet. Wird diese Funktion aktiviert, dann öffnet sich die angewählte Seite in einem neuen Fenster – und Ixquick verhindert jegliche Weitergabe von Daten oder Nutzerverhalten an den Seitenbetrieber. Allerdings verlangsamt das den Ladeprozess der Seite teils erheblich.

Im Gegensatz zu Suchmaschinen wie Google oder Bing arbeiten Metasuchmaschinen wie Ixquick nicht mit einer eigenen Suchfunktion. Die Webseite leitet die Suchanfragen an andere Suchmaschinen weiter, sammelt die Ergebnisse und zeigt sie dem Nutzer in einer Übersicht an. Nach eigenen Angaben gibt die Seite während des Internetzugriffs keinerlei Daten an die besuchten Websites weiter. Der Besuch im Web soll so nach Aussagen der Betreiber zur "privaten Sache" werden. Der Service ist kostenfrei, die Oberfläche einfach gestaltet. Zusätzlich hält Ixquick ein internationales Telefonbuch bereit.

Online-Bilderalben: Es muss nicht immer Picasa sein
Keine Frage: Googles Picasa ist schon praktisch. Nachdem Google das auf Webalben spezialisierte Unternehmen vor ein paar Jahren aufgekauft hatte, konnte man mit der hauseigenen Software nicht nur Bilder bearbeiten und verwalten, sondern direkt im Google-Onlinespeicher ablegen. Für eine kleine Auswahl an Freunden. Oder in den meisten Fällen aus reiner Unachtsamkeit für alle sichtbar. Auch jetzt sind noch zu den unterschiedlichsten Suchbegriffen Bilder öffentlich zugänglich, von denen die meisten User nicht wissen, dass jeder unbeschränkten Zugriff darauf hat.

Auch in diesem Fall freuen sich etliche Alternativen über neue User. Wer auf eine Community aus ist, über Bilder diskutieren will und mit anderen in Kontakt treten will, dem sei das altbekannte Flickr ans Herz gelegt. Die Funktionen im Überblick.

  • Hochladevolumen von 100 MB pro Monat
  • maximale Fotogröße von 10 MB
  • öffentlich im Fotostream angezeigt werden nur die 200 neuesten Fotos
  • maximal zwei Videos pro Monat mit einer Größe von jeweils 150 MB und maximal 90 Sekunden Länge

Für professionelle Fotografen dürfte Photobucket, eine Online-Datenbank für die Archivierung und Präsentation von digitalen Bildern, eine echte Alternative sein. Kostenlos angemeldeten User stehen folgende Features bereit:

  • 1 GB Speicherplatz
  • 25 GB Transfervolumen monatlich
  • maximale Dateigröße: 1 MB (größere Daten werden automatisch heruntergerechnet)
  • Unterstützte Dateitypen: JPG, GIF, PNG, BMP und SWF
  • Integration in die häufigsten Weblogseiten
  • Albentypen: privat ("private"), öffentlich ("public") und Gäste ("guests only")
  • Unteralben ("sub-albums")

Zahlende User mit einem Pro-Account bekommen unbegrenzten Speicherplatz, ein unbegrenztes Transfervolumen, sowie einen FTP-Zugang für schnellere Uploads und Support für Flash-Dateien.

Feedreader: Mit Netvibes alles im Blick
Wer ihn benutzt, will eigentlich nicht mehr von ihm los: der Google Reader. Der Service überprüft regelmäßig Ihre bevorzugten Nachrichten-Websites und -Blogs auf neue Inhalte. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Website täglich oder monatlich aktualisiert wird. Inhalte werden dann wie in einem Posteingang in Ordnern gelistet und nach “gelesen” bzw. “ungelesen” markiert.

Selbstverständlich merkt sich Google, was Sie lesen und was nicht und fügt diese Infos einem Nutzerprofil hinzu. Wenn Sie das nicht wollen, nutzen Sie eine der zahlreichen Alternativen. Wirklich ernstzunehmen ist Netvibes. Das Unternehmen bietet über Netvibes.com eine maßgeschneiderte Startseite. Als User können Sie selbst gestaltete Module wie z.B. RSS-Feeds, Mails, Podcasts, Fotos von Flickr und andere dynamische Inhalte auf einer Seite zusammenfassen und durch Verschieben mit der Maus in Spalten und Tabs ordnen. So haben Sie auf einen Blick die Übersicht.

Office-Programme: Zoho kann mehr
Google Docs und Spreadsheets sind praktisch. Wenn es Ihnen reicht, Texte zu schreiben und Tabellen mit Zahlen zu füllen. Ein Alternative, die über mehr Features verfügt: Zoho. Bevor Sie die Online-Office-Suite nutzen können, müssen Sie zunächst ein Nutzerkonto erstellen. Dabei unterscheidet Zoho.com zwischen einem kostenlosen "Personal"-Account sowie verschiedenen Stufen von kostenpflichtigen Business-Accounts. In der "Personal"-Version sind bereits eine Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und ein Präsentationsprogramm, das dem bekannten Powerpoint ähnelt, enthalten. Auch ein Kalender steht zur Verfügung.

                 

Die Suite ist erweiterbar durch zahlreiche, kostenpflichtige Business-Programme, beispielsweise eine Personalverwaltungssoftware oder ein Programm zum Aufbau einer Kundendatenbank. Wenn Sie den Onlinespeicher auch sofort nutzen wollen, können Sie bereits vorhandene Dokumente importieren. Unterstützt werden die Formate html, doc, docx, swx, odt und rtf.

Groupware: Mit MyMemorizer SMS aufs Handy
Für Vielbeschäftigte ist Google Calendar eigentlich das ideale Tool, um Termine im Blick zu behalten. Via Kalendersharing können ganze Kalender mit anderen Google-Kalender-Benutzern ausgetauscht werden.

Online-Kalender gibt es im Netz en masse. Ein Service, der auch den Versand von SMS unterstützt, ist MyMemorizer. Bei zwei Erinnerungen am Tag ist der Versand kostenlos. Das Layout ist übersichtlich und lässt sich schnell zwischen Tages-, Wochen- und Monatsansicht wechseln.

Blogplattform: Keine Angst vor dem Pagerank
Auch der Blog-Hostingdienst Blogger.com gehört zum Google-Universum. Als User müssen Sie zur Erstellung eigener Beiträge weder eine Software auf einem Sever installieren, noch HTML beherrschen, haben aber trotzdem die Möglichkeit, den Look Ihres Blogs zu ändern. Wer auch hier Google abschwören möchte, kann es ja einmal mit WordPress.com‘>

Selbst große Blogs finden dort Platz. Das Problem: Wer einmal mit seinem Blog einen guten Pagerank ergattert hat, wird sich sehr schwer tun und mit seiner Website umziehen.

Kartendienste: Mit Bing in die Vogelperspektive
Jeder nutzt Google Maps, um schnell eine Adresse zu googeln oder eine Route zu planen. Was kaum jemand weiß: Die Konkurrenzprodukte können oft mehr. Microsofts Bing Maps
liefert neben Landkarten auch Luftbilder aus einem 45-Grad-Winkel an. Aktuell für 58 deutsche Städte.

Die wurden von Kleinflugzeugen aus aufgenommen. Durch den flacheren Winkel ist noch mehr von Gebäuden und Plätzen zu sehen. Außerdem stehen für verschiedene Städte 3D-Modelle zur Verfügung.

Street View-Alternative: Mit Sightwalk virtuell bummeln
Der Gebrauch von Google Street View gilt dieser Tage ja beinahe als politisches Statement. Wer sich enthalten möchte, kann Sightwalk ausprobieren. Für den Anfang stehen Berlin, München, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und Bonn für den virtuellen Großstadtbummel bereit. Ein Nachteil: Ziel von Street View ist es, alle Straßenzüge einer Stadt zu erfassen.

Sightwalk bildet derzeit aber nur die Innenstädte ab. Der Vorteil: Bei Sightwalk führt der Städterundgang auch an Orte, die Google mit seinen Street-View-Cars nicht erreicht, wie Parks oder Fußgängerzonen. So können Sie sich nicht nur ein Bild von der Umgebung machen, sondern gleich den nächsten Einkaufsbummel planen.

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