Anzeige

Die Intendantengehälter im Vergleich

Bis vor einer Woche waren sie noch ein großes Geheimnis: die Gehälter der öffentlich-rechtlichen Intendanten. Heute wissen wir, dass die meisten sogar mehr als die Bundeskanzlerin (199.000 Euro) verdienen. Doch wer erhält wie viel aus dem GEZ-Gebührentopf, der mit rund sieben Milliarden Euro gut gefüllt ist? MEEDIA hat sich die bislang bekannten Gehälter der Sender-Chefs angeschaut und präsentiert ein Ranking der Top-Verdiener.

Anzeige

An der Spitze steht eine Frau: Die WDR-Intendantin Monika Piel ist mit einem Grundgehalt von 308.000 Euro mit Abstand die bestbezahlte Intendantin. Auch der ZDF-Oberste Markus Schächter bekommt vom Sender ein gutes Salär: Auf 290.000 Euro schätzt es die Süddeutsche Zeitung.
Den dritten Platz belegt NDR-Intendant Lutz Marmor mit 286.000 Euro. Zu den Top-Vier gehört zudem noch der ARD-Boss und SWR-Chef Peter Boudgoust. Ihm überweist sein Sender 273.000 Euro im Jahr.
Die RBB-Intendantin Dagmar Reim kommt auf 220.000 Euro. Ihr hessischer Kollege Helmut Reitze verdient dem Focus zufolge 5000 Euro weniger. Das Wirken von Fritz Raff wird im Saarland mit 210.000 Euro belohnt.
Etwas bescheidener als bei den Kollegen fällt der Gehaltsscheck des Deutsche-Welle-Vorstehers Erik Bettermann aus. Er bekommt 207.000 Euro. Allerdings wird der Sender nicht aus dem GEZ-Gebührentopf, sondern direkt aus Bundesmitteln finanziert.
Auf dem letzten Platz unter den Top-Verdienern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk stehen die beiden Chefs von Radio Bremen Jan Metzger (Intendant) und Dirk Hansen (Programmdirektor). Sie teilen sich 297.000 Euro. Die Einzelsummen gibt der Sender jedoch nicht bekannt.
Die einzigen öffentlich-rechtlichen TV-Stationen, die dem Trend zum Gehalts-Glasnost noch nicht gefolgt sind, sind der Bayerische Rundfunk, der MDR und das Deutschlandradio. Nachdem der mediale Druck gerade wieder abnimmt, ist es eher unwahrscheinlich, dass die Münchner, Leipziger und Kölner noch nachziehen und die Einkünfte ihrer obersten Programmchefs noch verraten.
Dass die Sendeanstalten überhaupt ihre tiefsten Gehalts-Geheimnisse offenbaren, liegt an dem neuen WDR-Gesetz (§ 41 Abs. 4), den der nordrhein-westfälische Landtag Ende 2009 beschlossen hat. Nachdem die Kölner erst einmal das Jahressalär von Monika Piel veröffentlichten, kam – ruckzuck – ein Sender nach dem anderen aus der Reserve. Dass die Öffentlich-Rechtlichen überhaupt den Mut fanden, über den Lohn ihrer Top-Angestellten zu reden, steht ihnen gut zu Gesicht – schließlich werden sie aus den GEZ-Gebühren aller Bundesbürger finanziert.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige