Nach 9,5 Jahren: Bauer renoviert Bravo.de

Anfang 2001 launchte Bauer das erste ernsthafte Online-Portal für Bravo.de. Am heutigen Dienstag darf die alte Seite nun endlich in ihren wohlverdienten Ruhestand. Denn der Hamburger Verlag renoviert sein Jugendportal. Wichtigste Neuerungen: Die Seite wird breiter sowie übersichtlicher. Zudem feiert Bravo TV ein Netz-Comeback. Inhaltlich ändert sich allerdings nichts. Warum auch? Bravo.de verdient Geld. Der Anteil der Webseite an den Werbeerlösen der Gesamtmarke liegt mittlerweile bei 15 Prozent.

Anzeige

Zum Start der neuen Seite hat sich die Vermarktung eine nette Aktion überlegt. Beim ersten heutigen Besuch von Bravo.de füllte noch die alte Homepage den Bildschirm aus. Um die neue Plattform sehen zu können, mussten die Nutzer erst einmal die alte Seite mit einer Tiefenreinbürste von Garnier wegschruppen.

Die auffallendsten Änderungen an der Homepage sind die Verbreiterung der Seite, eine Verschiebung der Navigation in die Horizontale, ein neues Freemailer-Angebot und ein überarbeitetes Logo. Der Schriftzug ist so angelegt, dass immer ein Presenter-Kunde den Platz direkt unter dem Logo kaufen kann. Zum Start prangt dort jetzt der Name von Garnier.

Inhaltlich hat sich bei der Seite erst einmal nicht viel geändert. Das Webportal wird noch immer von vier Redakteuren plus zwei Praktikanten befüllt. Im Vergleich zum Print-Heft ist die Online-Ausgabe stark nachrichtengetrieben. Aber Chefredakteur Phlipp Jessen legt Wert auf die Feststelllung: "Alle Nachrichten werden nachrecherchiert. Was in Bravo steht, stimmt."

Auch im Web ist natürlich das Dr. Sommer-Team eines der wichtigsten Angebote. So bekommt das Berater-Team in München alle zehn Minuten bis zu fünf E-Mails mit intimen Fragen. Die Redakteure sind stolz darauf, dass sie jeden Brief und jede Mail beantworten.

Beim Traffic stagniert die Bauer-Tochter allerdings. Aktuell kommt die Seite auf 1,8 Millionen Visits. Das Ziel der Macher liegt bei drei Millionen Visits. Generell hat die Bravo-Vermarktung das Problem, dass einige Auswertungen wie die AGOF Internet-Facts keine Jungendlichen unter 14 Jahre beeinhaltet. Das Portal hat jedoch vieler Nutzer, die unter dieser Altersgrenze liegen.

Die junge Zielgruppe ist auch der Grund, warum es von Bravo.de noch keine iPhone-App gibt. Die Penetration mit Apple-Handys ist bei den unter 16-Jährigen noch sehr gering. Im Moment sieht es eher danach aus, als ob sich die Verlagsmanager dazu entscheiden, eine gute Mobil-Version der Seite zu starten.

Auch ohne eigene App versucht die Redaktion bei allen technischen Neuerungen weit vorne zu sein. „Die Zielgruppe ist extrem kritisch, aber auch richtig dankbar", sagt Jessen. "Es wird eine ungeheure Erneuerung erwartet." Dabei macht der Chefredakteur und sein Team eine guten Job. Bei Twitter hat Bravo.de über 19.000 Follower, bei Facebook um die 37.000 und bei SchülerVZ sogar um die 65.000 Freunde.

Immer erfolgreicher wird offenbar das Web-TV-Angebot. Seit über einem Jahr gibt es jeden Werktag einen Vier-Minuten-Clip mit News und Interviews. Das Format zieht mittlerweile rund 5000 Zuschauer pro Tag. Die Rekordquote holte eine Folge mit Justin Bieber. Die Sendung wurde von über 700.000 Kids gesehen.

An diesen Erfolg will die Bauer-Marke anschließen und plant deshalb nun einen eigenen YouTube-Kanal für die Web-Show und eine Wiederbelebung von Bravo TV. Die letzte Folge des Fernsehformats lief am 27. Mai 2007 bei RTLII mit Gülcan Kamps. Jetzt soll die Marke im Internet wiederbelebt werden. Auch weitere TV-Pläne scheinen noch nicht vom Tisch.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige