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Licht und Schatten bei den iAds

Apples mobiles Anzeigenprogramm iAds wird in den USA derzeit kontrovers diskutiert. Einige Startkunden wie Nissan oder Unilever loben die iAds für ihre enormen Klickraten. Andere Kunden haben offenbar Schwierigkeiten mit Apples Restriktionen im kreativen Prozess. Werbeagenturen sind enttäuscht über die langen Entwicklungszeiten für iAds. Auch Apples berüchtigter Kontrollwahn sorgt wieder einmal für Ärger. Der Hersteller lässt Anzeigenkunden keine eigene Messsoftware bei den iAds einsetzen.

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Apple-Chef Steve Jobs hat iAds im April angekündigt und im Juni erste Kunden bekanntgegeben. Seit Juli nun läuft nun das iAd-Programm aber wie das Wall Street Journal (WSJ) notiert, haben bisher nur der Konsumgüterkonzern Unilever (für Dove-Seife) und der Autohersteller Nissan (für das Elektroauto Leaf) echte iAds aufgeliefert.

Andere Erstkunden scheinen sich noch in Apples mannigfaltigen Kontrollmechanismen zu verheddern. So berichtet das WSJ, dass Apple auch den kreativen Aspekt der iAd-Produktion genau überwacht und kontrolliert. Dies führe dazu, dass es wesentlich länger als normal dauert, bis eine iAd-Kampagne fertig ist. Die Luxusfirma Chanel scheint den Apple-Kontrollen bereits müde geworden zu sein und hat Pläne für eine iAd-Kampagne zurückgezogen.

Kritisiert wird auch, dass Apple den Anzeigenkunden nicht mitteilt, wo genau ihre Anzeigen geschaltet werden. Marketing-Verantwortliche können lediglich festlegen in welchem allgemeinen Umfeld die Anzeigen stehen (z.B. Sport oder Unterhaltung) und wo die Anzeigen nicht erscheinen sollen. Anschließend werden die Kunden mit Daten zum Nutzerverhalten innerhalb der iAds versorgt. Apple erlaubt aber nicht, dass fremde Mess-Software in den iAds installiert wird.

Es gibt aber auch positive Nachrichten zu iAds. Die beiden einzigen Firmen, die bisher iAds laufen haben, Nissan und Unilever, äußern sich sehr positiv über die Effekte. Eine Nissan-Sprecherin sagte, die iAd-Kampagne habe bisher “außergewöhnliche Resultate” gebracht. So sei die Klickrate bei der Nissan-iAd um bis zu fünfmal höher als bei der entsprechenden Online-Kampagne für das Elektroauto Leaf.

Auch bei Unilever scheint man zufrieden. 20 Prozent der Klicks auf die iAd für die neue Dove Men + Care Seife seien mehrfache Besucher. “Wir sind begeistert von den Resultaten”, sagte ein Marketing-Verantwortlicher von Unilever zu USA Today. Werbung auf Mobilgeräten gilt als das nächste große Ding im Werbegeschäft. Der Umsatz mit Anzeigen auf Handys soll 2010 allein in den USA um 42 Prozent auf 592 Mio. Dollar steigen. Das haben die Marktforscher von eMarketer ausgerechnet. Apples Rivale Google ist natürlich auch emsig in dem Zukunftsgeschäft dabei. Der Internet-Riese hat vor kurzem den Spezialisten für mobile Werbung, AdMob, gekauft.

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