Hoffnung für Digitalradio

Es ist womöglich die letzte, aber eine gute Chance für das Digitale Radio. Ende Juni hatte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) den ARD-Radiosendern und dem Deutschlandradio insgesamt 42 Millionen Euro für den Digitalradiostandard DAB plus bewilligt. Deren Ausschüttung hat sie allerdings bislang mangels Einigung mit den privaten Sendern verweigert. Nun seien die Verhandlungen zwischen Öffentlich-Rechtlichen, Privaten und dem Rundfunknetzbetreiber Media Broadcast jedoch auf einem guten Weg.

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"Noch nie waren sich die Verhandlungspartner bei ihren Bestrebungen, Digital Radio in Deutschland einzuführen, so nah wie heute," erklärte Michael Richter, Vorstandsvorsitzender der Digital Radio Plattform, im aktuellen Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk.
Am 21. September entscheidet die KEF, ob alle Auflagen erfüllt sind damit die Projektmittel an die ARD-Sender und Deutschlandradio ausgegeben werden können. Auch wenn es grundsätzlich keine allgemeine Deadline gibt, sollten die Verhandlungsparteien bis dahin eine Einigung erzielt haben.
So erklärte KEF-Mitglied Ulrich Reimers gegenüber dem Meinungsbarometer: "Wenn die Verträge mit der Media Broadcast zeitnah zustande kommen und die am 25. Juni von der KEF definierten weiteren Auflagen von ARD und Deutschlandradio fristgemäß erfüllt werden, stehen ihnen die Projektgelder unverzüglich zur Verfügung." Reimers fügte jedoch hinzu: "Sollten die Auflagen nicht erfüllt sein, so fließen die beantragten Projektmittel in die Finanzhaushalte von ARD beziehungsweise Deutschlandradio als Eigenmittel ein. Allerdings kann ich mir dann kaum vorstellen, dass die KEF einen Neuantrag für die Gebührenperiode ab 2013 positiv bescheiden würde. Dafür hat der deutsche Digital Radio-Prozess eine viel zu lange Vorgeschichte. In diesem Fall müsste die KEF wohl denen, die glauben einfach weiter machen zu können, eine Absage erteilen."
Wie die Financial Times Deutschland berichtet, hoffen die privaten Radioanbieter – die im Gegensatz zu den Öffentlich-Rechtlichen die Kosten für DAB plus aus den Werbeerlösen tragen müssen – mit dem neuen Standard bundesweite Radioprogramme aufbauen zu können. "So wollen sie nicht mehr nur Mainstreamsender, sondern auch Spartenprogramme, etwa für bestimmte Musikstile, profitabel betreiben können," so das Blatt. In der regional zersplitterten analogen Radiolandschaft, wie sie derzeit noch vorliegt, seien die Reichweiten nicht groß genug, "um auch Nischensender für Werbekunden attraktiv" zu sein.
Für den Fall einer Einigung könnten laut FTD erste Angebote 2011 starten. Der ursprüngliche Plan, den Analogfunk UKW 2015 abzuschalten, sei nicht zu halten.

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