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3D-Kino: kopfschmerzträchtiger Budenzauber

Heute vermeldet die Financial Times Deutschland, dass sich die in diesem Sommer mit großen Erwartungen gestarteten 3D-Streifen "Cats & Dogs – die Rache der Kitty Kahlohr" und "Step Up 3D" zu formidablen Flops für die Hollywoodstudios entwickeln. Vor diesem Hintergrund wäre es vielleicht mal an der Zeit, den bislang überwiegend kritiklos hingenommenen Trend zum 3D-Kino zu hinterfragen. Ist das wirklich die Zukunft des Films? Subjektive Antwort vom MEEDIA-Blogger: hoffentlich nicht.

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Heute vermeldet die Financial Times Deutschland, dass sich die in diesem Sommer mit großen Erwartungen gestarteten 3D-Streifen "Cats & Dogs – die Rache der Kitty Kahlohr" und "Step Up 3D" zu formidablen Flops für die Hollywoodstudios entwickeln. Vor diesem Hintergrund wäre es vielleicht mal an der Zeit, den bislang überwiegend kritiklos hingenommenen Trend zum 3D-Kino zu hinterfragen. Ist das wirklich die Zukunft des Films? Subjektive Antwort vom MEEDIA-Blogger: hoffentlich nicht.
Keine Frage, die 3D-Technik vermittelt atemberaubende Effekte. Wer zum ersten Mal damit aufgemotzte Szenen im Kinosessel erlebt, erschrickt oder zieht instinktiv den Kopf ein, weil ein Ball oder Geschoss auf einen zuzurasen scheint. James Camerons "Avatar" setzte hier Glanzlichter. Reicht das, um eine ganze Industrie zu begründen? Einen guten Film machen die Effekte nicht aus und einen schlechten nicht unbedingt besser. Es ist eher wie die Fahrt in einer Geisterbahn, es wird geraunt und gejohlt, aber der Effekt versendet sich schnell. In den Sequenzen jedoch, in denen ein Thema entwickelt wird, wo sich ein guter Film beweisen muss, hilft der überteuerte Budenzauber nicht weiter.
Bei meinem letzten Versuch, mit der 3D-Technik warm zu werden, sah ich mit meinen sechsjährigen Söhnen "Drachenzähmen leicht gemacht". Den beiden ging es  wie mir: Nach kurzer Zeit nervte die unbequeme Kunstoffbrille, einige Minuten später klagten sie über Kopfschmerzen. Am Ende waren wir uns einig: Wir hätten an der Kinokasse nicht nur einige Euro sparen können, sondern nebenan mit der nicht aufgepeppten Version auch den besseren Film gesehen. Bombastische Effekte mögen ein Wachstumsmotor für die Filmindustrie sein, der Zuschauer allerdings scheint besser beraten, Filme nach dem Gehalt und nicht nach der Technik auszuwählen – von der Umweltsünde, die rot-grünen Sichthilfen nach Gebrauch in die bereitstehende Abfalltonnen zu werfen, mal ganz abgesehen.
Auch bei den Profis ist die Produktionsart umstritten. So sagen namhafte Regisseure, die vor Monaten noch vom neuen Kino fasziniert waren, inzwischen Nein zur revolutionären Technik: J. J. Abrams ("Star Trek", "Lost") etwa findet das Seh-Erlebnis mit der Kassen-Brille "trübe". 3D eröffnet zwar eine neue Dimension, leider auch was die Erzählweise und die Budgets der Produzenten angeht. Investiert wird in teure Technik und Maschinen, auf Kosten von der Qualität der schauspielerischen Besetzung. Ob sich der Trend ("Wenn du es nicht gut machen kannst, mach es in 3D") langfristig durchsetzt, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung liegt bei uns Zuschauern. 

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