Rummenigges Abrechnung mit Sky & Co.

Karl-Heinz Rummenigge macht sich Sorgen um Sky und die TV-Einnahmen der Bundesliga: Bisher sei es nicht gelungen, Pay-TV in Deutschland zu etablieren, sagte der Vorstandschef des FC Bayern München in einem Interview der WirtschaftsWoche. Wie er fürchten manche Vereinsbosse, dass die Münchner angesichts der tiefroten Zahlen von Sky ihre Zahlungen reduzieren oder ganz einstellen könnten. Derweil planen viele Bundesligaclubs schon mal eine Zukunft ohne Sky und denken laut über ein Alternativangebot nach.

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Karl-Heinz Rummenigge ist die finanzielle Abhängigkeit vom kriselnden Pay-Kanal nicht ganz geheuer. Das Fernsehen ist der wichtigste Geldbringer für den Profifußball und nach Ansicht des Bayern-Vorstandschefs der einzige Bereich, in dem noch spürbare Einnahmesteigerungen möglich seien. Dennoch bleibt er angesichts der TV-Vermarktung durch den Münchner Bezahlsender skeptisch: "Ich mache mir große Sorgen, weil es uns gemeinsam – Liga und Bezahlsender – in 20 Jahren nicht gelungen ist, Pay-TV in Deutschland wirklich zu etablieren", sagte der Bayern-Boss in einem Interview mit der WirtschaftsWoche.
Von den insgesamt 412 Millionen Euro, die in die Vereinskassen fließen, zahlt Sky mit 240 Millionen in der kommenden Saison den Löwenanteil. Die Münchner seien aber laut Rummenigge bisher wenig erfolgreich bei der Vermarktung: "Die haben den Fehler gemacht – und das fing schon zu Zeiten von Georg Kofler an -, die Leute praktisch zu Abos zwingen zu wollen, indem sie Sport mit Filmen koppeln."
Ganz andere Wege gehen daher einige Kollegen von Rummenigge. "Die Vereine sind stark genug, ein autonomes Bundesliga-Fernsehen auf die Beine zu stellen", sagte etwa Thomas Röttgermann, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, in einem Interview mit dem Handelsblatt (Print): "Die Liga muss am Szenario eines eigenen Senders arbeiten". Die Kosten für ein entsprechendes Bezahlangebot beziffert der TV-Experte auf 400 Millionen Euro in drei Jahren. Auch bei den Fernsehrechten sei "noch nicht alles ausgereizt."
Von derartigen Überlegungen wollen sich die Verantwortlichen bei Sky nicht nervös machen lassen. Sky-Sportvorstand Carsten Schmidt beschwört das Vertrauen der Vereine, das Verhältnis sei "so gut wie nie zuvor", wie er gegenüber dem Handelsblatt sagte.

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Alle Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Rummenigge
    Ihre Unverschämtheit an Forderungen,
    immer mehr Geld für Vereine/Spieler die an Maßlosigkeit nicht mehr zu überbieten
    sind. 70-80% der Fussballbegeisterten
    können sich Sky nicht leisten. Fazit Sky muß weg. Fussball ist ein Volkssport, und der muß bezahlbar bleiben für jeden
    Fan. Liebe Fussballfans zieht euch aus
    euren Verträgen zurück. Eine Interressen-
    gemeinschaft kann vieles entscheiden
    MfG
    Ralf

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