WAZ will Oligarchen stoppen

WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach hat sich in einem Interview mit dem Deutschlandfunk zu den konfliktreichen Beteiligungen des Verlagskonzerns in Serbien und Österreich geäußert. Den geplanten Rückzug aus der 50-Prozent-Beteiligung an der serbischen Zeitung Politika umschreibt der Manager so: "Wir wollen aus diesem Gestrüpp, aus diesem Dickicht, mit vielen Mythen des Balkans verflochten, heraus."

Anzeige

Zugleich gehe es um die Frage, "ob es in diesem Land möglich ist, dass ein Oligarch vertragsbrüchig ist, sich rechtswidrig verhält und das mit Unterstützung des Staates." Bei dem Oligarchen dürfte es sich um Milan Beko handeln, der als Treuhänder die Mehrheit  an der Zeitung Vecernje Novosti erworben hat, die Anteile – unter Berufung auf einen Einspruch des Kartellamts – aber nicht an die WAZ weitergegeben hat. "Den Kampf gegen Oligarchen bestehen wir selbst mithilfe unserer Anwälte", erklärte Hombach, aber man wolle auch "deutlich machen, dass wir uns bestimmte Dinge nicht mehr gefallen lassen."
Einen Vergleich mit der Situation Österreich, wo die WAZ 50 Prozent der Kronen-Zeitung besitzt, lehnte Hombach wortreich ab: "Wir würden den schlimmen Verhältnissen in Serbien nicht gerecht, wenn wir das alles in einen Topf werfen würden. Aber auch gleichzeitig würden wir den anderen Unrecht tun, wenn wir sie mit Serbien vergleichen. Das ist eine Sondersituation."
Die Vermutung, das Serbien-Abenteuer habe den Verlag viel Geld gekostet, weist Hombach zurück: "Wir haben in Südosteuropa bislang einen wichtigen Beitrag zum Gesamtergebnis erwirtschaftet."

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige