Lutz Marmor verdient 286.000 Euro

Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Im Urlaub hat sich auch der Intendant des Norddeutschen Rundfunks, Lutz Marmor, zu einer Veröffentlichung seiner Bezüge durchgerungen. Er folgt damit unter anderem dem ARD-Vorsitzenden. Während Peter Boudgoust pro Jahr 273.000 Euro aus dem Gebührentopf kommt, sind es bei Marmor mit einer Aufwandspauschale 286.000 Euro. Wie der SWR verzichtet aber auch der NDR darauf, Einzelbezüge der Direktoren zu benennen.

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"Herr Marmor hat sich in seinem Urlaub entschlossen, der Presse gegenüber Auskunft über seine Bezüge zu geben", teilte NDR-Sprecher Martin Gartzke am Freitag knapp mit. Vor allem aber: "Dies geschieht freiwillig; für den NDR besteht, anders als für den WDR, keine individualisierte Veröffentlichungspflicht für die Gehälter von leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern." Der Küstensender bildet in dieser Sache ohnehin eine große Ausnahme: Er weist bereits seit einigen Jahren in seinem Geschäftsbericht die Gesamtbezüge des Intendanten und der Direktoren aus.

Im Jahr 2008 belief sich diese Summe – für alle nachlesbar – auf 2,058 Millionen Euro. Nun ging Senderchef Marmor einen Schritt weiter und ließ mitteilen, im Jahr 2009 einschließlich einer Aufwandspauschale 286.000 Euro vom NDR überwiesen bekommen zu haben. Damit folgt er RBB-Chefin Dagmar Reim (220.000 Euro) und dem ARD-Chef Boudgoust (273.000 Euro). Beide hatten kurz zuvor ebenfalls freiwillig ihre Gehälter offengelegt, Reim sogar im Detail die ihrer Direktoren.

Die neue Welle der Transparenz bei den öffentlich-rechtlichen Sendern löste am 9. August Monika Piel (308.000 Euro) aus, deren Westdeutscher Rundfunk allerdings dazu vom Land Nordrhein-Westfalen per Änderung des WDR-Staatsvertrages gezwungen wurde.
Am Freitag Nachmittag zog dann auch noch SR-Intendant Fritz Raff nach und gab Auskunft über seine Bezüge. Demnach überweist ihm der Saarländischen Rundfunk 210.000 Euro.
Bayerischer und Hessischer Rundfunk lehnten diesen Schritt indes weiter konsequent ab. Das ZDF gab bekannt, keine Details zu nennen, teilte aber zumindest mit, die Bezüge seiner Geschäftsleitung lägen unter dem Niveau des WDR. Damit bleibt offen: Verdienen die Intendanten von BR, HR, aber beispielsweise auch von Deutschlandradio und MDR womöglich sogar mehr als Piel?

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