So nutzten Firmen den Blumenkübel-Hype

Im Sekundentakt prasselten am vergangenen Donnerstag Tweets mit dem Schlagwort #Blumenkübel durch den Twitter-Stream. In den weltweiten Trending-Topics des Microblogging-Dienstes schaffte es das Schlagwort sogar auf Platz 4. Dieses Web-Phänomen wussten auch einige Unternehmen wie u.a. Otto für sich zu nutzen und reagierten wie es ein gutes Social-Media-Marketing verlangt: witzig und vor allem schnell. Der Autovermieter Sixt will der Blumenkübel-Texterin sogar einen neuen Job anbieten.

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Hintergrund: Am Dienstag vergangener Woche veröffentlichte die Münstersche Zeitung (MZ) auf ihrer Internetseite die Meldung "Großer Blumenkübel zerstört". Die Redaktions-Praktikantin hatte eine kleine Geschichte darüber geschrieben, dass in einem Neuenkirchener Altenheim ein Blumenkübel beschädigt worden sei – der Wert 150 Euro. MZ-Redakteur Ralf Heimann twitterte daraufhin am Folgetag: "In Neuenkirchen ist ein Blumenkübel umgekippt" – ein gefundenes Fressen für die Internet-Meute, die sich über die mit einigem Pathos angereicherte lokal-journalistische Banalität hermachte.
Heimanns Tweet wurde zum Social-Web-Phänomen: Ein deutscher Begriff in den Topplatzierungen der internationalen Trending-Topics – dazu noch einer wie Blumenkübel. Das erlebt die Twitterwelt hierzulande nur selten. Auch bei YouTube erschienen ein Bekennervideo angeblicher Kübelzerstörer und eine dramatisch gelesene Fassung des Textes. Und auf Facebook zählt der zerbrochene Topf aktuell fast 10.000 Fans. Klar, dass sich auch Unternehmen diesen Hype nicht entgehen lassen wollten.
Bei Sixt griff man den zerbrochenen Blumenkübel auf gewohnt witzige Weise auf. Allerdings nicht, um für zur Vermietung stehende Autos zu werben, sondern um auf eine Stellenausschreibung aufmerksam zu machen. Im Sixt-Blog boten die Autoverleiher der Urheberin der Blumenkübel-Geschichte einen neuen Job an: "Liebe Journalistin der Münsterschen Zeitung, wir suchen eine Social Media Manager." Dahinter steckt der Link zu einer tatsächlichen Stellenanzeige.
Ein Sixt-Sprecher erklärte, dass dies eine eigene Idee der Internetabteilung des Autovermieters gewesen sei, man also keine Werbeagentur für die Idee beauftragt habe. Die Münstersche Zeitung reagierte am Montag auf den Sixt-Vorschlag mit dem Twitter-Eintrag: "Die Praktikantin wird sich dort heute mal melden…". Laut Sixt sei bisher allerdings noch keine Bewerbung der Nachwuchsjournalistin eingegangen.
Die Sparkasse und der Otto-Versand reagierten bereits nach wenigen Stunden via Twitter auf den Meme. Sie klinkten sich ein, indem sie jeweils, durchaus humorvoll, auf eigene Produkte verwiesen. Vom Geldinstitut hieß es mit Verweis auf die passende Website: "Die Hausratversicherung der Sparkasse deckt auch Schäden am #Blumenkübel ab." Otto schrieb: "Neue #Blumenkübel gibt es bei #OTTO" und verlinkte auf selbige bei Otto.de.
Der Versandhandel erklärte auf MEEDIA-Anfrage, dass der Tweet von Florian Zimmermann aus dem Otto-Twitter-Team zahlreiche positive Retweets und @Replies ausgelöst habe. "Aus unserer Statistik geht hervor, dass es insgesamt über 1.000 Klicks auf unseren bit.ly-Link gab – ein schöner Erfolg und definitiv ein Ausnahmezustand für die Blumenkübelseite auf Otto.de!" Eine Nutzerin schrieb "@otto_de blumenkübel wurde ein kleid". Allein dafür dürfte sich der Aufwand für die 72-Zeichen-Nachricht schon gelohnt haben.

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