Google startet Street View in Deutschland

Allen Protesten zum Trotz: Bis Ende des Jahres will Google Street View auch in Deutschland starten. Zunächst sollen die 360 Grad Straßenansichten der 20 einwohnerstärksten deutschen Städte online gehen. Das gab der Konzern am Dienstag bekannt. Nach dreijähriger Wartezeit können dann auch deutsche Nutzer durch die virtuellen Häuserschluchten wandern. Wer nicht möchte, dass ein Foto seines Hauses im Netz steht, hat ab kommenden Montag vier Wochen lang Zeit, auf einer Einspruchs-Website Beschwerde einzureichen.

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Auf einen genauen Starttermin wollte sich der Konzern auf MEEDIA-Anfrage nicht festlegen. Von Google-Seite hieß es jedoch, dass November kein unrealistisches Ziel sei.
Im Gegensatz zu anderen Ländern häuften sich hierzulande die Proteste gegen das Abfotografieren der Straßen. Datenschützer und Bürger sahen den Schutz der Privatsphäre in Gefahr. Deshalb wird es in Deutschland vor der Veröffentlichung der Panoramafotos – zusätzlich zu der weltweit bestehenden automatischen Unkenntlichmachung von Gesichtern und Nummernschildern auf Street View-Bildern – eine eigens eingerichtete Website geben.
Über die deutsche Sonderseite können Mieter und Eigentümer ab kommender Woche beantragen, dass ihr Haus unkenntlich gemacht wird, bevor die Bilder online gehen. Diese Funktion soll vier Wochen lang zur Verfügung stehen. Danach wird sie geschlossen, damit Google ausreichend Zeit für die Bearbeitung der Anträge zur Verfügung steht. Natürlich sei es aber auch später, sobald die Street View-Bilder im Netz sind, noch möglich eine Unkenntlichmachung zu beantragen, so ein Google-Sprecher. Dafür kann das Reporting Tool, welches bei Google Maps schon immer zur Verfügung steht, genutzt werden.
Zusätzlich zur Sonderfunktion, wird Google – für das Unternehmen durchaus ungewöhnliche – Wege beschreiten. Die Deutschen sollen in einer online und offline durchgeführten Informationskampagne in regionalen und überregionalen Zeitungen sowie Wochenmagazinen über Street View informieret werden. Für derartige Kampagnen war Google bisher nicht bekannt.
Der Grund, weshalb Google so hartnäckig trotz aller Datenschutz-Gegner am Ball geblieben ist, liegt in der Nachfrage: Neue Google Statistiken verdeutlichen, "dass viele deutsche Nutzer die 3D-Ansicht bereits für die Reiseplanung verwenden", heißt es in einer Unternehmensmittelung. "So rufen Nutzer aus Deutschland täglich mehr als eine Million Street View Panoramen auf, meist in ihren virtuellen Hauptreisezielen USA, Großbritannien, Italien und Frankreich."
"Wir freuen uns, Deutschland in die Liste der Länder aufzunehmen, für die Street View schon verfügbar ist. Viele deutsche Nutzer verwenden Street View bereits, um andere Länder in Europa virtuell zu besuchen. Noch dieses Jahr bieten wir ihnen die Möglichkeit, ihre eigenen Städte zu erkunden sowie Touristen Anreize für einen Besuch zu geben", erklärte Google Maps Produkt Manager Raphael Leiteritz zum bevorstehenden Deutschlandstart.
Street View steht zurzeit in 23 Ländern weltweit zur Verfügung, darunter auch in 12 europäischen Ländern. Als Bestandteil von Google Maps haben sich die Straßenansichten laut Suchmaschinen-Riese dabei als beliebte und nützliche Zusatzfunktion erwiesen. "Im Durchschnitt nimmt mit der Bereitstellung von Street View die Verwendung von Google Maps um anhaltend 20 Prozent zu", teilte das Unternehmen mit.
Die ersten 20 deutschen Städte für die Street View verfügbar sein wird sind: Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.

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