Wickert kritisiert ARD-Nachwuchsarbeit

Der Grandseigneur des Nachrichtengeschäfts beklagt sich über die schlechte Nachwuchsarbeit bei seinem Ex-Sender: "Was ich bedauere ist, dass in der ARD zu wenige Moderatoren aufgebaut werden, aus denen später mal Jauchs oder Harald Schmidts werden könnten", sagte Wickert gegenüber Sueddeutsche.de. Es werde zu häufig nach Leuten gesucht, die "nur gefällig" sind. Dagegen lobte der ehemalige Tagesthemen-Moderator die ARD für ihre Zurückhaltung im Fall Kachelmann.

Anzeige

"Der Mann ist absolut vorverurteilt worden", sagte Wickert zur Entscheidung des Ersten, in den Nachrichten nicht über den Fall des Wettermoderators Jörg Kachelmann zu berichten: "Wir wissen nicht, was da wirklich gewesen ist. Sein Liebesleben gehört nicht in die Öffentlichkeit."
Auf die Verpflichtung von Günther Jauch reagierte der Ex-Nachrichtenmann eher verhalten: "Wenn die ARD meint, sie braucht Jauch, dann ist das so". Wickert dagegen sei "eher der Mann für lange Einzelinterviews."
Positiv äußerte sich der 67-jährige Romanautor zu möglichen Kooperationen zwischen ARD und ZDF und den Privatsendern, wie beispielsweise beim European Song Contest: "Ich finde es richtig, dieses Herunterschauen der Öffentlich-Rechtlichen auf die Privaten abzubauen". Allerdings seien insbesondere die Nachrichten von RTL und Co. "sehr bunt und sehr krawallig". "Meinetwegen müssen die Privatsender keine Nachrichten senden."
Den Wechsel des bisherigen Regierungssprechers Ulrich Wilhelm auf den Chef-Posten beim Bayerischen Rundfunk beurteilt Wickert kritisch: "Wenn ein Sprecher der Kanzlerin, der anwesend war bei Entscheidungen, die den Journalismus betreffen, direkt BR-Intendant wird, entspricht das eigentlich nicht der idealen Trennung von Staat und Medien".

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige