Ominöser Facebook-Vertrag ist aufgetaucht

Es klang zunächst wie ein schlechter Scherz: Ein Holzhändler will bis zu 84 Prozent an Facebook besitzen – und zwar auf Basis eines Vertrags aus Studentenzeiten des Gründers Mark Zuckerberg. Was zunächst nach einem Sommerloch-Thema aussah, könnte nun doch ernstere Formen annehmen, denn der angebliche Vertrag ist im Netz aufgetaucht. Auch wenn Zuckerberg öffentlichkeitswirksam abwinkt, glauben Internetexperten wie Henry Blodget, dass die Sache für Facebook teurer werden könnte als angenommen.

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Es klang zunächst wie ein schlechter Scherz: Ein Holzhändler will bis zu 84 Prozent an Facebook besitzen – und zwar auf Basis eines Vertrags aus Studentenzeiten des Gründers Mark Zuckerberg. Doch was nach einem klassischen Sommerloch-Thema aussah, könnte nun doch ernstere Formen annehmen, denn der angebliche Vertrag ist im Netz aufgetaucht. Auch wenn Zuckerberg abwinkt, glauben Internetexperten wie Henry Blodget, dass die Sache für Facebook teurer werden könnte als angenommen.

Die Vergangenheit lässt Mark Zuckerberg einfach nicht los. Über Jahre ging der juristische Streit, der im Herbst auch noch wieder öffentlichkeitswirksam ausgerollt wird: Der Hollywood-Film "The Social Network", der im Oktober in die Kinos kommt, berichtet von den dunklen Tagen der Facebook-Gründung, es geht um angeblichen Ideendiebstahl. 65 Millionen Dollar kassierten die Brüder Winklevoss, die behaupten Zuckerberg habe die Idee und Programmierarbeit für Facebook von ihnen gestohlen, fünf Jahre später schließlich außergerichtlich.

"Du kannst keine 500 Millionen Freunde haben, ohne Dir dabei ein paar Feinde zu machen", lautet der Slogan zum Facebook-Film. Ein neuer unangenehmer Zeitgenosse hat sich vor ein paar Wochen zu Wort gemeldet: Ein ehemaliger Webdesigner namens Paul Ceglia hat dabei Besitzansprüche auf 84 Prozent der Anteile von Facebook angemeldet und seine Forderungen auf einen Vertrag gestützt, der aus dem Jahr 2003 datiert.

Holzhändler mit 84 Prozent Anspruch auf Facebook?

Ceglia, der heute Eigentümer einer Holzpellet-Firma ist, ist demnach 2003 in Geschäftsbeziehung mit dem Facebook-Gründer getreten – und zwar für kleines Geld. 1.000 Dollar hat Zuckerberg für die Programmierung einer Datenbank für Ceglias Firma StreetFax kassiert– so weit, so unspektakulär. Doch dann soll da eine zweite Zahlung von 1.000 Dollar als Anteil eines Projekts sein, an dem Zuckerberg gerade arbeitet.

Projektname: "The Face Book", die mutmaßliche Urversion des Social Networks. Durch eine Klausel über Verzögerungen beim Start der Seite, die am 4. Februar 2004 gelauncht wurde, sieht Ceglia sich als rechtmäßiger Besitzer von 84 Prozent des heutigen Milliarden-Unternehmens. Dieser Anspruch wurde per Klage Ende Juni eingereicht – und von der Internetwelt kaum ernst genommen.  

Ceglia-Vertrag taucht im Internet auf
 
Doch nun könnte die Sache eine andere Dimension bekommen. Am Wochenende ist nämlich der mutmaßliche Vertrag aufgetaucht – im Internet. Wenn das Dokument keine Fälschung ist, könnte der Facebook-Gründer in weitaus größere Erklärungsnot kommen als bislang angenommen, folgert das  Technologie-Portal "Alleyinsider". "Wenn der Vertrag rechtens ist, hat Ceglia viel mehr in der Hand, als die meisten Leute glauben", so Chefredakteur und Gründer Henry Blodget.     

"Nur wenn Facebook belegen kann, dass dieser Vertrag eine Fälschung ist oder sie die Klage aus anderen Gründen abweisen können, dürfte eine außergerichtliche Einigung zu umgehen sein, die Ceglia zu einem sehr reichen Mann machen dürfte", folgert der frühere Internetaktienanalyst. "Die Winklevoss-Brüder hatten nichts in der Hand und haben 65 Millionen Dollar kassiert. Es könnte sein, dass Paul Ceglia mit weitaus mehr nach Haus geht."

Mark Zuckerberg muss diese Vorstellung aberwitzig vorkommen. Zumindest beteuert der Facebook-CEO das in seinem ersten Statement zum Fall gegenüber dem US-Wirtschaftsmagazin "Fortune: "Ich dachte noch nicht mal an Facebook. Wie hätte ich ihm dann einen Anteil geben können?" Die Saga um die Facebook-Gründung – sie geht weiter.

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