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Blackberry Torch soll RIM-Absturz stoppen

Noch spielt Blackberry-Hersteller RIM in der ersten Smartphone-Liga mit, doch die jüngsten Erhebungen zum zweiten US-Quartal unterstreichen, dass der Stern des Business-Handys im Sinken begriffen ist. Um gegen den Trend anzusteuern, bringt RIM nun ein neues Modell auf den Markt: den Torch. Der drohende Absturz wird dennoch kaum aufzuhalten sein, glauben Branchenexperten - auch wegen der weltweiten Zensurdebatte um RIM. Immer mehr Regierungen fordern den Zugriff auf die via Blackberry verschickten E-Mails.

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Noch spielt Blackberry-Hersteller RIM in der ersten Smartphone-Liga mit, doch die jüngsten Erhebungen zum zweiten US-Quartal unterstreichen, dass der Stern des Business-Handys im Sinken begriffen ist. Um gegen den Trend anzusteuern, bringt RIM nun ein neues Modell auf den Markt: den Torch. Der drohende Absturz wird dennoch kaum aufzuhalten sein, glauben Branchenexperten – auch wegen der weltweiten Zensurdebatte um RIM. Immer mehr Regierungen fordern den Zugriff auf die via Blackberry verschickten E-Mails.
Die Geschäftswelt liebt den Blackberry – eine echte Emailmaschine ist das Smartphone aus dem kanadischen Waterloo. Und damit doch irgendwie ein Relikt des vergangenen Jahrzehnts. Immerhin: Noch ist der Blackberry in den USA das Maß aller Dinge – mehr als 11 Millionen Mal ging das RIM-Smartphone zwischen März und Juni über die Ladentische – häufiger als das iPhone oder ein anderes Modell.

Doch der Wind dreht: Googles mobiles Betriebssystem Android konnte es im zweiten Quartal 2010 erstmals auf den US-Thron schaffen. Wie der Marktforscher Canalys ermittelte, wurden mehr Android-Handys verkauft als von Anbietern jeder anderen Plattform. Auch das iPhone 4 bricht trotz "Antennagate" die Verkaufsrekorde und droht, in der Gesamtheit nach Modellen, den Blackberry OS zu überholen.

"Torch wird den Absturz nicht stoppen"

Der Blackberry Torch wird die beiden Konkurrenten wohl nicht herausfordern können. Gestern wurde das lang ersehnte neue RIM-Smartphone, das von AT&T vertrieben wird, der Weltöffentlichkeit präsentiert. Es sieht schick und schlank aus wie der Curve, und es vereint diesmal sogar die von Geschäftskunden heiß geliebte physische Tastatur mit dem Touchscreen. So weit, so ansehnlich. "Das ist eine der wichtigsten Neuvorstellungen in der Geschichte von RIM", rührt CEO Mike Lazaridis kräftig die PR-Trommel.

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Doch es wird wohl nicht reichen, um den kommenden Abstieg aufzuhalten, glauben immer mehr Branchenexperten. "Der neue Blackberry Torch könnte durchaus das beste Smartphone des Unternehmens sein", erklärt etwa "Alley Insider"-Techreporter Dan Frommer, "aber er ist nicht so gut wie die Konkurrenz der Android-Handys und das iPhone. Er wird den Absturz nicht stoppen."

Ist der Blackberry noch attraktiv genug für eine Microsoft-Übernahme?

"Das Unternehmen entwickelt sich in Richtung der margenschwächeren Geräte, wo sie eigentlich nicht sein wollen", folgert Frommer. "Die eigentliche Frage bleibt: Ist die Marke des Blackberry stark genug, damit Microsoft sie kauft?" Tech-Crunch schlägt in dieselbe Kerbe: "Ich mache mir Sorgen, dass sie allmählich ähnlich irrelevant werden wie Nokia", warnt Redakteur John Biggs.

Schließlich häufen sich die Probleme: Der Blackberry wurde zuletzt in den Vereinigten Arabischen Emiraten und auch in Saudi-Arabien wegen Sicherheitsbedenken verboten. Laut Sueddeutsche. de sei RIM bereit, in Kuwait 3.000 Porno-Websites zu sperren. In Indien soll RIM sogar die Überwachung von Kunden-Emails erlauben. Auch China soll sich nun in die Zensurdebatte eingeschaltet haben. Die Times of India berichtet, dass dort Blackberry-Server eingerichtet wurden, die ein Abhören ermöglichen. Laut Reuters können US-Geheimdienste bereits mitlesen.
Zudem scheint die Wechselbereitschaft der Bestandskunden immer größer: Nur 42 Prozent der Blackberry-Nutzer wollen lieber bei ihrem RIM-Smartphone bleiben als zu einem anderen Hersteller zu wechseln. Dies ging erst gestern aus einer neuen Nielsen-Umfrage hervor. 29 Prozent würden alleine das iPhone vorziehen, hieß es. Glänzende Zukunftsperspektiven sehen anders aus.

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