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Android: Google erklimmt den Gipfel

Es ist tatsächlich passiert: Keine zwei Jahre nach dem Debüt des ersten Android-basierten Smartphones von HTC hat es das Google-Betriebssystem auf den Thron in den USA geschafft. Wie der Marktforscher Canalys ermittelte, wurden im zweiten Quartal mehr Android-Handys verkauft als von Anbietern jeder anderen Plattform. Platzhirsch RIM wurde von Platz eins verdrängt, Apple fiel gar auf Platz drei zurück. Zudem wird immer häufiger Diskutiert, ob die App-Economy bald schon wieder Geschichte ist.

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Es ist tatsächlich passiert: Keine zwei Jahre nach dem Debüt des ersten Android-basierten Smartphones von HTC hat es das Google-Betriebssystem auf den Thron in den USA geschafft. Wie der Marktforscher Canalys ermittelte, wurden im zweiten Quartal mehr Android-Handys verkauft als von Anbietern jeder anderen Plattform. Platzhirsch RIM wurde von Platz eins verdrängt, Apple fiel gar auf Platz drei zurück. Zudem wird immer häufiger Diskutiert, ob die App-Economy bald schon wieder Geschichte ist.

Die angekündigte Wachablösung ist vollzogen: Schneller und deutlicher als erwartet ist Google zur Nummer eins auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt aufgestiegen – zumindest, wenn es nach den Marktanteilen der Smartphone-Plattformen geht.

Nach Erhebungen des Marktforschers Canalysis stieg Googles mobiles Betriebssystem Android nämlich mit 14,7 Millionen verkauften Endgeräten im zweiten Quartal zum neuen Champion im US-Smartphone-Markt auf. Mit 34 Prozent der Marktanteile liegt Android knapp vor dem Blackberry-Anbieter RIM, der es auf 32 Prozent bringt – und weit vor Apples iPhone, das es mit 8,6 Millionen verkauften Geräten nur auf 22 Prozent bringt.  

886 Prozent Plus: Androids Marktanteil explodiert

Dabei produziert das wertvollste Internet-Unternehmen der Welt bislang mit äußerst mäßigem Erfolg selbst Smartphones – das Nexus One ist nicht gerade als das "Superphone" bekannt, als das es im Januar groß angekündigt wurde – sondern als Ladenhüter.

Das zugrunde liegende Betriebssystem Android findet vor allem aufgrund der großen Beliebtheit des taiwanischen Handy-Herstellers HTC, der es in den USA bereits auf einen Marktanteil von fast 15 Prozent bringt, starke Verbreitung. Auch Motorola erlebte mit dem Droid-Handy zuletzt eine Renaissance. Um explosionsartige 886 Prozent steigerte sich der Marktanteil des Google-Betriebssystems damit in den USA im Vergleich zum Vorjahr.

Googles Android: Nummer eins – aber bislang kein Geld verdient

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So weit, so bemerkenswert: Google ist damit der neue starke Mann auf dem US-Mobilfunkmarkt. Allein: Er verdient nichts daran. Tatsächlich dürfte der wertvollste Internetkonzern der Welt sogar noch für die Marktführerschaft draufzahlen, wie das Technologieportal "Alley Insider" mutmaßt: "Wahrscheinlich hat Google bislang einige 100 Millionen Dollar mit Android verloren."

Warum? Weil Google mit seinem mobilen Betriebssystem, das neben HTC und Motorola inzwischen auch schon Samsung, LG oder Sony Ericsson nutzen, bislang kein Geld verdient. Android wird verschenkt: Es ist das Trojanische Pferd zur Vorherrschaft im mobilen Internet – dem nächsten Milliardenmarkt der Online-Suche.

 Android als Trojanisches Pferd: Jetzt Reichweite, Geld später?

Dass Google bei einer Änderung der Strategie im Handumdrehen Milliarden erlösen könnte, deutete CEO Eric Schmidt unlängst gegenüber dem "Wall Street Journal" an. "Das könnte ein 10-Milliarden-Dollar-Business pro Jahr sein", erklärte Schmidt. "Wenn eine Milliarde Menschen Android nutzen, glauben Sie dann, können wir kein Geld damit verdienen?" fragt der Google-CEO rhetorisch. Um sich dann selbst die Antwort zu geben:  "Alles was es dazu bräuchte, wären etwa 10 Dollar pro User."

Für was auch immer diese Gebühr berechnet werden könnte – Google ist binnen nur zwei Jahren zu einem viel größeren Rivalen vom vermeintlich neuen Smartphone-Champion Apple geworden, als Steve Jobs das recht sein dürfte.

Dennoch: Mehr als ein Achtungserfolg ist der Platz an der Sonne der mobilen Betriebssysteme nicht – die Milliarden werden in Cupertino gedruckt. Nach Einschätzung von Marktexperten dürfte Apple allein im vergangenen Quartal mit dem iPhone mehr als eine Milliarde Dollar netto verdient haben. Wenn sich das Unternehmen entschließt, seine exklusive Provider-Bindung an AT&T aufzugeben, könnten die Profite in der Zukunft noch um einiges höher ausfallen.
Einen Dämpfer in Apples Businss-Strategie könnte jedoch das Ende der Economy bedeuten. In einer ausführlichen FAZ-Analyse kam gerade zu dem Schluss, dass es sich bei den Applikationen für das mobile Internet nur um ein Übergangsphänomen hadelt. In wenigen Jahren, prognostiziert Netz-Experte Holger Schmidt, werde sich das offene Internet auch auf Smartphones durchsetzen.

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