RTL und ProSiebenSat.1 planen Hulu-Klon

Von den Amerikanern gelernt: Die Mediengruppe RTL Deutschland und ProSiebenSat.1 verbünden sich, um gemeinsam eine offene TV-Plattform im Internet an den Start zu bringen. Das teilten die beiden Unternehmen am Freitagmorgen mit. Demzufolge planen die beiden Sendergruppen eine Zentralmediathek nach dem Vorbild des US-Web-TV-Portals Hulu. Nachrichtensendungen, Serienfolgen, Filme und Shows sollen dann bis zu sieben Tage nach der TV-Ausstrahlung kostenlos abgerufen werden können.

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Die beiden Firmen werden entsprechende Pläne bereits am Freitag der EU-Kommission zur wettbewerbsrechtlichen Prüfung vorlegen, so die Mitteilung. Mit ihrem Gemeinschafts-Projekt reagieren RTL und ProSiebenSat.1 auf die zunehmende Verschmelzung von Internet und TV und darauf, dass die Zuschauer sich immer weniger an feste Sendezeiten halten möchten, um ihre Lieblingssendungen zu sehen.

Ähneln soll die deutsche Zentralmediathek der amerikanischen Plattform Hulu, die von den US-Medienkonzernen News Corp., NBC Universal und Disney betrieben wird. Eine Kopie solle es jedoch nicht werden. Anders als Hulu setzen RTL und ProSiebenSat.1 auf ein kostenloses Abrufangebot, zudem sollen die Sendungen nur sieben Tage abrufbar bleiben. Das US-Pendant bietet hingegen auch Bezahlinhalte und ein umfangreiches Sendungsarchiv an.

Eine senderübergreifende Internet-TV-Plattform. Das wäre neu auf dem deutschen Fernsehmarkt. Bisher haben alle Programme ihr eigenes Süppchen gekocht – Private wie Öffentlich-Rechtliche. Die beiden führenden Privatsender setzen mit RTLnow und dem ProSiebenSat.1-Pendant Maxdome dabei vor allem auf Bezahlangebote. ARD und ZDF haben jeweils eigene Mediatheken. Diesen Wirrwarr soll die geplante Plattform mildern.

Auch den öffentlichen-rechtlichen Anstalten soll die werbefinanzierte Plattform offen stehen. Sie richte sich an "private und öffentlich-rechtliche TV-Sender aus Deutschland und Österreich". Im geplanten Portal soll jeder Sender frei entscheiden können, welche Inhalte er anbietet. Auch die Vermarktung der Werbung werde bei den jeweiligen TV-Häusern liegen. Das gemeinsam geplante Unternehmen von ProSiebenSat.1 und RTL solle ausschließlich die technische Infrastruktur anbieten und sich redaktionell nicht in die Inhalte der jeweiligen Senderangebote einmischen. Es soll von Gesellschaftern organisatorisch unabhängig sein, um möglichst viele deutsche TV-Anbieter von der Idee einer Gemeinschafts-Plattform zu überzeugen.

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