Rechtsstreit um „KiK-Story“: Erfolg für NDR

Der NDR hat sich in einem Rechtsstreit gegen den Textildiscounter KiK durchgesetzt: Das Landgericht Hamburg hat das Ausstrahlungsverbot einiger Passagen der "KiK-Story" zurückgenommen, weil Reporter Christoph Lütgert neue Beweise für die Geschäftspraktiken des Unternehmens vorlegte.

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Die neuen Rechercheergebnisse präsentiert das NDR Fernsehen am kommenden Mittwoch um 22.30 Uhr in einer neuen Folge von "Panorama – die Reporter". Zuvor läuft als Wiederholung die gesamte "KiK-Story" im Ersten in der Reihe "ARD-exclusiv" um 21.45 Uhr.

Hintergrund: Am 7. April 2010 hatte der NDR "Die KiK-Story – die miesen Methoden des Textildiscounters" in der Reihe "Panorama – die Reporter" ausgestrahlt. Dort interviewte Reporter Christoph Lütgert vier Arbeiterinnen aus Bangladesch und zeigte, wie sie unter menschenunwürdigen Bedingungen für den Textildiscounter arbeiten. KiK hatte daraufhin juristische Schritte eingeleitet, da der Sender ein "verzerrtes und in weiten Teilen falsches Bild" des Unternehmens gezeichnet habe. Am 21. Mai entschied das Landgericht Hamburg, der NDR dürfe nicht weiter behaupten, die Näherinnen seien für KiK oder seine Zulieferer tätig oder tätig gewesen. Entscheidend für den Gerichtsbeschluss waren damals eidesstattliche Versicherungen von Mitarbeiterinnen des Textildiscounters.

Dieser juristische Erfolg des Discounters habe laut NDR weitere Recherchen ausgelöst, die letztendlich zur Umkehr der Gerichtsentscheidung geführt hätten. Lütgert reiste erneut nach Bangladesch, um weitere Beweise aufzutreiben. Es gelang ihm die vier Näherinnen erneut an ihrem Arbeitsplatz, einer Fertigungshalle in Dhaka, zu filmen und dort auch zahlreiche Produkte mit KiK-Label im Bild festzuhalten. Daraufhin entschied das Gericht nach Angaben des Senders, dass der NDR die vier Textilarbeiterinnen weiterhin als "KiK-Näherinnen" bezeichnen darf und nahm das Ausstrahlungsverbot zurück.

Auch eine Reihe anderer von KiK bestrittener Rechercheergebnisse darf der NDR nach dem neuen Urteil weiter verbreiten, etwa die Aussage, in einer Filiale habe sechs Winter lang die Heizung nicht funktioniert, oder das Billigsocken mit dem Ergee-Label zu Markenware veredelt worden seien. Erfolgreich war der Textildiscounter hingegen in dem Punkt, dass ein Foto des KiK-Chefs Stefan Heinig aufgrund des Urheberrechts nicht verbreitet werden darf. Das Foto stammte aus einer Mitarbeiterzeitschrift des Unternehmens.

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