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WAZ will sich vom Balkan zurückziehen

Rückzug vom Balkan: Nach eineinhalb Jahrzehnten will die WAZ ihre dortigen Medienbeteiligungen loswerden. "Südosteuropa ist für uns kein Zukunftsmarkt", sagte Konzernchef Bodo Hombach dem Handelsblatt. "Wir wollen uns dort nicht verstärken". Zudem beklagt der frühere EU-Beauftragte für den Balkan den zunehmenden Einfluss von Oligarchen und einen schwachen Werbemarkt. Verkaufen wolle man aber erst, wenn die "Konditionen stimmen". Noch in diesem Jahr will man Beteiligungen in Serbien und Rumänien loswerden.

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Hombach will sich künftig nur dann von Medienbeteiligungen trennen, wenn es sich auch lohnt "Wir sind in Südosteuropa nur dann zu Verkäufen bereit, wenn die Konditionen stimmen", sagte Hombach, der lange als EU-Sonderkoordinator für den Balkan gearbeitet hat. "Wir können, aber müssen nicht verkaufen. Diese Freiheit führt dazu, dass wir es dann tun, wenn es profitabel ist."
Das Medienhaus will noch in diesem Jahr seine Beteiligungen in Serbien und Rumänien verkaufen. Der Essener Konzern hält bisher eigene Zeitungen in Serbien, Kroatien, Bulgarien, Mazedonien, Rumänien und Ungarn.
Für die WAZ sei kein Platz in Serbien, hatte der serbische Wirtschaftsminister Mladjan Dinkic im Juni gesagt und dem Essener Konzern jegliche Geschäftstätigkeiten in seinem Land untersagt. Der Konflikt hatte sich damals am gescheiterten Kauf der serbischen Boulevardzeitung "Novosti" entzündet.

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