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Was taugen die neuen Apple-Geräte?

Anfang der Woche hat Apple seinen iMacs und Mac Pros die dringend notwendigen Updates verpasst, sein Cinema Display vergrößert und mit dem Magic Trackpad Multitouch auf den Desktop "gezaubert". Abseits von 20 Prozent Leistungszuwachs hier und 50 Prozent mehr Power da, hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass Apple ein Batterieladegerät auf den Markt bringt. Derweil überzeugt das Trackpad seine Tester nicht wirklich. Was taugen die neuen Apple-Gadgets? MEEDIA hat sich umgehört.

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Anfang der Woche hat Apple seinen iMacs und Mac Pros die dringend notwendigen Updates verpasst, sein Cinema Display vergrößert und mit dem Magic Trackpad Multitouch auf den Desktop "gezaubert". Abseits von 20 Prozent Leistungszuwachs hier und 50 Prozent mehr Power da, hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass Apple ein Batterieladegerät auf den Markt bringt. Derweil überzeugt das Trackpad seine Tester nicht wirklich. Doch was taugen die neuen Apple-Gadgets? 

Am Dienstag stellte Apple gleich einen Schwung neuer Geräte vor. Fangen wir mit der skurrilsten Neuheit an: einem Ladegerät für Akkus. Wie kam das zustande? Ein Batterieladegerät von Apple? Der Firma, die sonst für coole Gadgets wie den iPod touch oder seine iPhones bekant ist? Ich kann mir nur vorstellen, dass die Entwicklungsabteilung zu viel Zeit hatte. Apple-Boss Steve Jobs wird wohl gefragt haben: “Warum zur Hölle brauchen wir sowas?” Die Entwickler könnten geantwortet haben: “Naja, es hat den niedrigisten Energieverbrauch seiner Klasse.” Jobs: “Hmm. Naja. Ok. Aber Energieverbrauch im Standby-Betrieb….nein….Nennen wir es “Vampire Draw!” So albern diese Idee auch klingen mag: Die Tech-Szene ist begeistert von dem kleinen Ding. Charlie Sorrel, Blogger bei Wired.com, relativiert den Hype um das Gerät ganz treffend: "Die irre Berichterstattung zeigt uns, dass News von Apple immer große News sind. Die Menschen lesen es, die Menschen wollen es, die Menschen klicken es."

Das neue Akkuladegerät fasst zwei NiMH-Zellen in AA-Grösse, also dem Standard für Akkus und Batterien, die in Tastaturen und Fernbedienungen zum Einsatz kommen. Sechs davon werden mitgeliefert: zwei für die Tastatur, zwei für die Maus (oder das Magic Trackpad) und zwei, die als Reserve im Ladegerät schlummern. Wer sie so benutzt und nacheinander durchlädt, darf laut Apple von einer Lebensdauer von 10 Jahren ausgehen. Wenn die Batterien voll aufgeladen sind, reduziert das Ladegerät die Leistungsaufnahme automatisch auf verschwindend geringe 30 Milliwatt. Laut Apple sei das weniger als ein Zehntel des Industriedurchschnitts und damit Rekord. Preis: 29 Euro

Aber mal ehrlich: Warum stößt Apple in den Markt für Akkus? Noch nie was von Duracell gehört? Natürlich werden Apple-Geeks in Zukunft ihre Gadgets mit den “iBatteries” befeuern. Ob man damit aber wirklich signifikant Marktanteile gewinnen kann, sei dahingestellt.

Magic Trackpad: Nicht wirklich magisch
Wirklick “magisch” ist das Magic Trackpad von Apple nicht. Immerhin hat der Tech-Blog iFixit das Gerät nach einem Tag entzaubert und vollständig auseinandergenommen. Für Apple-User dürfte es außerdem keine große Umgewöhnung bedeuten. Denn die Technik ist dieselbe, die auch in den iPhones, dem iPod touch, im iPad und im Trackpad der Macbooks verwendet wird. Apple etabliert seit Jahren Multitouch in allen Gerätesparten. Dass die Technik auch einmal in den Desktoprechnern iMac, Mac mini und Mac Pro zum Einsatz kommt, war also nur eine Frage der Zeit. Die Redaktion von CNET hat das Gerät schon getestet, zeigt sich allerdings noch nicht vollends begeistert: “Mit dem Magic Trackpad bringt Apple die Multitouch-Gestensteuerung auch auf die iMacs – mit der von MacBooks gewohnten Smoothness und dem appletypisch edlen Design. Zumindest bei uns schickt das Eingabegerät die Computermaus aber noch nicht in den Ruhestand: Es fehlen einfach die konfigurierbaren Tasten und Rädchen für ernsthaftes Arbeiten. Für Hardcore-Zocker ist das Trackpad ebenfalls nicht geeignet.” Der Preis: 69 Euro.

Und Windows-User müssen nicht traurig sein. Für sie gibt es das Wacom Bamboo. Das ist schon seit einem Jahr auf dem Markt, kann ebenfalls Multitouch und versteht die Steuerung über einen Stift, beispielsweise in Zeichenprogrammen. Und es kostet ebenfalls 69 Euro.

iMacs: 20 Prozent schneller
In einem ersten Benchmark-Test hat die Website Macworld.com den neuen 21-Zoll-iMac gegen seinen Vorgänger antreten lassen. Und oh Wunder: Natürlich arbeitet der neue mit einem Core i3 bestückte iMac um einiges fixer als der “alte” iMac mit seinem Core-2-Duo-Prozessor. Überraschend ist aber die enorme Leistungsdifferenz von 20 Prozent. Der Grund für so viel Rechenpower: Beide Modelle sind zwar mit einer Frequenz von 3,06 Gigahertz getaktet, allerdings kann der Core i3-540 auf die Hyper-Threading-Technologie von Intel zurückgreifen. Die verteilt Aufgaben und erlaubt eine parallele Bearbeitung auf den zwei Kernen des i3-Prozessors.

Die Testergebnisse im Detail: “Während beim Abarbeiten von 14 unterschiedlichen Schritten an einer Datei von 50 Megabyte der Vorgänger rund 44 Sekunden benötigt, sind es beim neuen iMac 41 Sekunden. Deutlicher wird der Geschwindigkeitsvorteil allerdings beim Rendern. Im Cinebench-Test benötigt der alte iMac 2 Minuten und 16 Sekunden während es beim iMac mit Core i3-Prozessor 1 Minute und 42 Sekunden dauert. Auch beim Umwandeln einer MOV-Datei in das H.264-Format ist der Neue rund eine Minute schneller.” Das sind durchaus interessante Zahlen, die vor allem User, die im Bereich Videoschnitt arbeiten, die Wahl zwischen den iMacs und den teureren Mac Pros vereinfachen dürften. Die Preise für die neuen iMacs beginnen bei 1199 Euro.

Mac Pro: 50 Prozent schneller
Das Update der Mac-Pro-Reihe war längst überfällig. Die neueste Generation besitzt nun ganze zwölf Prozessorkerne. Damit verspricht Apple eine Leistungssteigerung von 50 Prozent. Wenn das mal keine Ansage ist. Zum Einsatz kommen dabei nicht klassische CPUs der Intel Core-Familie, sondern Xeon-Prozessoren, die eigentlich für den Betrieb in Workstations und Servern entwickelt wurden.

Die Prozessoren sind mit 3,33 GHz getaktet, in der Standardversion kommt eine Radeon HD 5770 mit 1 GB Speicher zum Einsatz. Über zwei neue Mini-Display-Ports ist es jetzt möglich, zwei LED Cinema Displays ohne zusätzliche Grafikkarte oder Adapter anzuschließen. Der zusätzliche Dual-Link-DVI-Port unterstützt ältere, auf DVI basierende, Displays mit einer Auflösung von bis zu 2.560 × 1.600 Pixel.

Cinema Display: noch größer
Auch ein neues Cinema Display mit einer Diagonale von 27 Zoll war keine Überraschung. Was erstaunt, ist Apples Strategie, künftig nur noch eine Displaygröße anzubieten. Doch der Bildschirmschwund ist beim Konzern aus Cupertino schon seit einiger Zeit zu beobachten. Seit 2004 gab es die Cinema Displays mit Alugehäuse, anfangs in den Größen 20", 23" und 30" Zoll. Die Modelle mit 20 und 23 Zoll wurden schon vor einiger Zeit aus dem Sortiment genommen, jetzt muss auch das Cinema Display mit 30 Zoll dran glauben. David Moody, Apples "Vice President of Hardware Marketing", erklärte in einer Stellungnahme, dass die Lagerbestände noch verkauft würden, es jedoch keine neuen Geräte mehr geben würde. Betroffen davon ist nicht nur das 30-Zoll-Modell, sondern auch das Cinema Display mit 24 Zoll.

Fortan würde Apple nur noch eine Displaygröße anbieten, so heißt es. Wer also bisher unschlüssig war, ob er Apples Riesendisplay wirklich braucht, sollte sich schnell entscheiden. Denn das neue 27-Zoll-Display lässt noch ein wenig auf sich warten und kann erst ab September bestellt werden. iMac-User mit einem 24-Zoll-Display (so wie ich) werden sich ärgern, wenn man vorher Wert auf ein Dual-Monitor-System gelegt hat. Denn das neue Display hat auch eine neue Auflösung von 2560 x 1440 Bildpunkten. Die hohe Auflösung ist zwar löblich, doch zwei Bildschirme mit unterschiedlicher Pixeldichte sind eben kein wirklich Dual-Monitor-System. Wirklich lobenswert ist der umweltfreundliche Bertrieb. Wegen seines geringen Stromverbrauchs verdient das Display seinen Energy Star 5.0- und das EPEAT Gold-Siegel.

Fazit: Seine iMacs und Mac Pros hat Apple vernünftig auf Vordermann gebracht. das Magic Trackpad war eine logische Konsequenz und ein weiterer Schritt für Apple hin zu einer Multitouch-Steuerung in all seinen Produktkategorien. Das Ladegerät ist allenfalls etwas für eingeschworene Apple-Fans. Die Reduzierung auf nur eine Displaygröße macht aus Produktionssicht Sinn, dürfte aber etliche User mit kleineren Display daran hindern, ein Dual-Monitor-System aufzubauen.

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