Boulevard-Titel und Überregionale profitieren

Die Erweiterung der ma-Grundgesamtheit um deutschsprachige Ausländer hat bei den Tageszeitungen zu sehr unterschiedlichen Entwicklungen geführt. Vor allem einige überregionale Blätter und Boulevard-Zeitungen gewannen extrem hinzu. Größte Aufsteiger sind die Hamburger Morgenpost (+38,5%) und die Frankfurter Rundschau (+32,1%), sowie die taz (+25,9%). Bei den regionalen Abozeitungen gibt es hingegen auch einige Verlierer wie die Sächsische Zeitung und die Leipziger Volkszeitung.

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Beginnen wir bei unserem Blick auf die Zeitungs-Reichweiten aber bei den überregionalen Blättern. Hier haben alle acht von der ma ausgewiesenen Titel deutlich gewonnen. Einen Anteil daran haben natürlich die an dieser Stelle näher erläuterten Umstellungen der ma. Erstmals werden auch die in Deutschland lebenden deutschsprachigen Ausländer nach ihrem Zeitungskonsum befragt – die Grundgesamtheit wuchs damit um etwa 8,8% von 64,8 Mio. Über-14-Jährigen auf 70,5 Mio. Deutlich mehr als diese 8,8% zugelegt haben die Frankfurter Rundschau und die tageszeitung. Beide Titel wuchsen mit 32,1% bzw. 25,9% extrem. Ebenfalls ein zweistelliges Plus verzeichnet Die Welt (+10,9%), nach absoluten Zahlen gerechnet gewann natürlich die Bild die meisten Leser hinzu: 900.000. Die Financial Times Deutschland verzeichnet hingegen nur 10.000 neue Leser – und fiel damit von Rang 6 auf 8.

Auch bei den regionalen Boulevardblättern gibt es einige Ausreißer nach oben. So gewann der Express, reichweitenstärkste Regional-Kaufzeitung, weitere 20,3% hinzu. 130.000 Leser kamen neu auf das Express-Konto. Prozentual noch deutlicher hinzugewonnen hat die Hamburger Morgenpost, nämlich unglaubliche 38,5%. Und auch die Münchner tz gehört zu den großen Gewinnern: mit einem Plus von 14,7%. Nimmt man nun an, dass die großen Zuwächse vor allem durch die Ausländer zustande gekommen sind, die bei der vorigen ma Tageszeitungen noch nicht mitgezählt wurden, erstaunen die Berliner Ergebnisse etwas. So gewannen B.Z. und Berliner Kurier jeweils nur 20.000 Leser bzw. 4,3% und 5,4% hinzu.

Bei den regionalen Abozeitungen gibt es im Gegensatz zu den überregionalen Blättern und den Boulevardzeitungen auch einige Kontrahenten, die ihre Reichweiten aus der ma Tageszeitungen 2009 nicht halten konnten – die trotz der Erweiterung der Grundgesamtheit also Leser verloren haben. Dazu gehören vor allem Blätter aus dem Osten der Republik: die Freie Presse verlor 1,4%, die Leipziger Volkszeitung 7,4%, die Märkische Allgemeine 2,4%, die Mitteldeutsche Zeitung 4,0% und die Sächsische Zeitung 8,0%. Außerdem unter den Absteigern: die Augsburger Allgemeine, die Rhein Main Presse und die Zeitungsgruppe Westfalen.

Prozentual gesehen am deutlichsten zulegen konnten hingegen die Westdeutsche Zeitung (+21,6%), die Vermarktungsgemeinschaft RheinMainMedia (+14,3%), die Stuttgarter Zeitung (+13,6%), die Südwest Presse (+13,3%) und die Zeitungsgruppe Rhein-Neckar (+11,1%). 

Eine ausführliche Analyse der ma Pressemedien 2010 II mit den Reichweiten der Zeitschriften finden Sie an dieser Stelle.

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