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„Weniger Demütigungen in der Redaktion“

Der Redaktionsausschuss der Süddeutschen Zeitung hat in einem internen Rundschreiben, das der Mediendienst turi2 veröffentlicht hat, eine Wunschliste an die neue Chefredaktion um Kurt Kister formuliert. Die Wünsche entstanden aus einer Befragung von Redakteuren, Reportern und Ressortleitern. Sehr oft wurde geäußert, es solle künftig weniger "Einschüchterung, Demütigung und persönlich abwertende Kritik" geben. In der Stimmung der SZ-Redaktion steht es demnach nicht unbedingt zum Besten.

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Statt Demütigungen erhoffe man sich einen neuen, “kooperativen Führungsstil” der Chefredaktion und “einen Umgangston, der motiviert, der stärker von gegenseitiger Achtung, Respekt und Wertschätzung geprägt ist.” Kritisiert wird in dem Schreiben außerdem, dass Frauen innerhalb der Redaktion zu wenig gefördert würden und dass Online-Mitarbeiter als “Redakteure zweiter Klasse” behandelt würden.

Viele Mitarbeiter sprachen sich außerdem für eine Layout-Reform aus, “keine radikale, aber eben doch eine stärkere Vereinheitlichung des ganzen Blattes.” Dieser Wunsch dürfte wohl am ehesten in Erfüllung gehen. SZ-Gesellschafter Johannes Friedmann hatte im Spiegel bereits eine Überarbeitung des betagten SZ-Layouts angekündigt.

Am Ende des Schreibens findet der Redaktionsausschuss dann auch ein paar lobende Worte an den scheidenden, langjährigen Chefredakteur Hans Werner Kilz: “Sie haben die SZ gestärkt und stets glänzend nach außen vertreten.” Kilz habe in der vergangenen Woche gesagt, er wolle noch ein wenig Spaß mit der Redaktion haben. Der Inhalt des Rundschreibens vom Redaktionsausschuss dürfte ihm freilich nicht nur Freude bereitet haben. Der komplette Brief des Redaktionsausschusses der SZ bei turi2.

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