Enttäuschendes Kiosk-Debüt für Chatter

Burda hat erste Verkaufszahlen für sein neues Billig-People-Magazin Chatter veröffentlicht und die sehen gar nicht gut aus. Von der ersten Ausgabe seien geschätzt knapp 200.000 Exemplare verkauft worden. Chatter war mit dem Kampfpreis von nur 50 Cent, viel Werbung und einer massiven Druckauflage von 1,3 Mio. Exemplaren an den Start gegangen. Anzeigenkunden wurde eine verkaufte Auflage von 500.000 Exemplaren garantiert. Dieser Wert wurde dramatisch unterschritten.

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In Burdas Social-Media-Newsroom versucht man in der offiziellen Meldung die schlechten Verkaufszahlen mit dem schönen Wetter und der Fußball-WM zu rechtfertigen. Das kann aber keine Erklärung für die schlicht misrablen Zahlen sein. Burda trommelte mit einer Werbe-Kampagne mit einem Brutto-Wert von 3,6 Mio. Euro für Chatter. Das Heft kostet am Büdchen lumpige 50 Cent. Wenn die Leute da nicht zugreifen, wird das kaum am Wetter liegen.

Das Ausmaß des Misserfolgs sieht man daran, dass Burda Anzeigenkunden eine verkaufte Auflage von 500.000 Exemplaren garantiert hat. Naturgemäß sind Verlage bei solchen Auflagengarantien eher vorsichtig und stapelt tief, um hinterher verkünden zu können, dass die garantierte Auflage satt übertroffen wurde. Will heißen: Intern hat man mit deutlich mehr als 500.000 verkauften Chatter-Exemplaren gerechnet.

Laut Burda wurden von der zweiten Ausgabe immerhin 25 bis 30 Prozent mehr verkauft. Das wären dann 250.000 bis 260.000 Hefte. Immer noch ein Desaster. Chatter wird als Wochenmagazin auf Zeitungspapier gedruckt und enthält mit Star Style eine Hochglanz-Beilage, die sich den üblichen Beuaty- und Modethemen widmet.

Reinhold G. Hubert, Geschäftsführer der Burda Medien Park Verlage in Offenburg, wo Chatter wird in der Verlagsmeldung zu den ersten Verkaufszahlen wie folgt zitiert: „Ein völlig neues Format, wie Chatter überzeugt durch Nutzung und wächst generisch. Chatter hat dabei allein nach den ersten beiden Ausgaben das Niveau der Einzelverkäufe der direkten Mitbewerber erreicht, bzw. überholt.“ Die Entwicklung von Chatter liege “insgesamt leicht über den Erwartungen”, heißt es in der Verlagsmittleilung. Wer’s glaubt…

Im Interview mit MEEDIA nach seinen Auflagen-Hoffnungen für Chatter befragt, sagte Hubert: “Über meine Hoffnungen will ich hier nichts sagen. Da gehe ich ganz alleine in eine Kirche und spende eine Kerze.” Nach diesem enttäuschenden Debüt ist für Chatter deutlich mehr als nur eine Hoffnungskerze nötig.

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