Niels Ruf: Ein TV-Ekel probiert es im Netz

Für's Fernsehen war Provokateur Niels Ruf zu dreist. Nun darf er sich im Internet austoben. Auf der Webserien-Plattform 3min.de präsentierte der TV-Rüpel in den vergangenen Wochen sein neues Anarchotalk-Format "Looki Looki", in dem Ruf und seine Gäste allerhand Blödsinn verzapfen und der Moderator vor keiner Geschmacklosigkeit zurückschreckt. Meedia hat sich die ersten Folgen der Web-TV-Show genauer angeschaut und stellt exklusiv neue Gäste für die zweite und dritte Staffel vor.

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Seine TV-Karriere ist futsch: Mit seiner eigenen Viva 2-Show "Kamikaze" wurde Niels Ruf mit seinem derben Humor schnell Kult. Er überschritt sämtliche Geschmacksgrenzen bis der Sender ihn vor die Tür setzte. Anschließende TV-Projekte scheiterten nach kurzer Zeit wegen schwacher Quoten. Die "Niels Ruf Show" setzte Sat.1 vorzeitig ab und RTL nahm die gute, aber erfolglose Anwalt-Sitcom "Herzog", in der Ruf die Hauptrolle spielte, nach drei Folgen aus dem Programm. Auf dem Webserien-Portal der Telekom 3min.de hat der ehemalige Fernseh-Provokateur einen Neustart mit Fünfminütern versucht. Bisher gibt es acht Folgen.
Schon im Vorspann zeigt sich der Rowdy-Moderator in bester Ruf-Manier. Einem Kind stielt er das Eis, einen Hund drückt er zwischen seine Beine, um Oralverkehr anzudeuten. Schon hier weiß der Zuschauer: Niels "die Drecksau" Ruf is back. Anarchisch, gnadenlos und ohne Rücksicht auf Verluste. 
Das Konzept der Show "Looki Looki" besteht daraus, dass sich Ruf mit einem Halbpromi trifft, um mit ihm in der Öffentlichkeit Unsinn zu reden und zu treiben. Beide tragen dabei Brillen-Kameras mit denen sie sich und ihren Blödsinn in entsprechender Wackeloptik einfangen. Der Zuschauer sieht, was sie sehen.
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In der Auftaktsendung bespuckt Ekel-Ruf zunächst vom Balkon der "Sturm der Liebe"-Schauspielerin Susan Hoecke Passanten Sekt in den Nacken. Anschließend tingelt er mit der Soap-Darstellerin durch Berlin. Dabei trägt Ruf ihren Minirock, dazu hochgezogene Socken. In der Kosmetikabteilung der Galerie Lafayette schmiert er als Typberater einer Kundin Farbe ins Gesicht und macht sie zur "Indianer-Squaw". Zum Abschluss kommt der Part, "wo mit dem Moderator geknutscht werden muss". Ruf leckt seiner Interview-Partnerin Hoecke durchs Gesicht.
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Ein Highlight ist die Begegnung mit der MTV-Home Moderatorin Palina Power, die Ruf als "Busenwunder" ankündigt. Mit ihr trifft er sich im Berliner Szene-Restaurant Borchert. Laut Ruf "eine Schnitzelbraterei in die Leute gehen, die aus München betrachtet prominent wirken. Aber in Wirklichkeit nur arbeitslose Schauspieler aus Serien sind, die keine Sau je geguckt hat" – so einer von vielen selbstironischen Kommentaren in "Looki Looki". Political Correctness wird beim Provokateur Ruf wie immer kleingeschrieben. Am Nachbartisch von Vicky Leandros fragt er die gebürtige Russin Palina Power, ob sie denn auch ein großer Stalin-Fan sei. Als die schlagfertige Moderatorin entrüstet kontert: "Bist du denn ein großer Adolf-Fan?" Entgegnet Ruf: "Ach, groß wäre jetzt übertrieben."
Natürlich macht Drecksau-Ruf auch vor seinem Lieblingsthema keinen Halt: seinem Penis, auf den er bei jeder Gelegenheit gerne zurückkommt. Beim Stichwort Russland lenkt er das Thema auf "russische Geschlechtskrankheiten", die er sich eingefangen habe und als die Moderatorin, die auch als DJane arbeitet, ihm erzählt, dass sie mixe, entgegnet Ruf: "Ich auch, total oft!". Power: "Was mixt Du denn?". Darauf Ruf: "Ach mixen. Nee, das mach ich nicht".
"Looki Looki" ist natürlich gnadenlos albern und oft geschmacklos. Der Humor kommt selten über die Gürtellinie hinaus. Aber dennoch hat der Provokateur eine Portion Übermut, Anarchie und Selbstironie, die im deutschen Fernsehen häufig fehlt. Vielleicht auch gerade, weil es "nur" das Internet ist, merkt man ihm und seinen Gästen die Unbeschwertheit an: Sie haben Spaß beim Drehen und das überträgt sich auf den Zuschauer. Deshalb erwischt man sich nicht selten dabei, wie einem auch der dümmste Witz ein Lächeln abringt.
Zwischen 30.000 und 40.000 Aufrufe haben die Paarminüter je nach Folge – für 3min.de ein Erfolg. Deshalb wird derzeit auch an einer zweiten Staffel gedreht. Der Ausstrahlungstermin ist für September und Oktober angesetzt. Und das dritte Dirty-Drehbuch ist auch schon in Planung. Als Gäste für die neuen Folgen nannte 3min-Sprecher Patrick Schoedel im Gespräch mit MEEDIA u.a. Chef-Blogger Sascha Lobo, Slayer-Sänger Tom Araya, Komikerin Carolin Kebekus und ProSieben-Allzweckwaffe Simon Gosejohann. 

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