Kluftinger: BR entwickelt Allgäu-Tatort

Kommissar Kluftinger soll befördert werden: Nachdem der Bayrische Rundfunk mit der Kluftinger-Roman-Verfilmung "Erntedank. Ein Allgäukrimi" sensationelle Quoten erzielt hatte, soll der kultige Bayern-Bulle künftig in der ARD ermitteln. Darsteller Herbert Knaup soll in den auserlesenen Kreis der Tatort-Kommissare aufsteigen. Das berichtet die Münchner Abendzeitung am Montag. Auf MEEDIA-Nachfrage bestätigte der BR: "Ja, die Idee gibt es." Zwei Fälle des Allgäuer Ermittlers seien auch schon in Entwicklung.

Anzeige

Gründe dafür, den verschrobenen Allgäuer-Ermittler künftig zum Tatort-Kommissar zu machen, gibt es genügend: Für den Bayrischen Rundfunk war der Genre-Mix aus blutigem Krimi und kauziger Heimatkomödie im vergangenen Jahr ein riesiger Erfolg. "Erntedank. Ein Allgäukrimi" erzielte bei den 14- bis 49-Jährigen einen Marktanteil von 7,5 Prozent. Normal sind für das Bayerische Fernsehen bei den jungen Zuschauern 0,9 Prozent. Sensationell gut waren die Quoten des Bayern-Krimis auch beim Gesamtpublikum. 2,37 Millionen Seher begleiteten Kluftinger bei seinen Ermittlungen.
Nicht nur die Zuschauerzahlen überzeugten: Der TV-Film wurde auch mit dem renommierten Europäischen Prix Circom ausgezeichnet und bekam damit sogar internationale Anerkennung. Herbert Knaup erhielt für seine Darstellung des missmutigen Ermittlers zudem den Bayrischen Fernsehpreis als Bester Schauspieler und stach seine Kollegen Götz George und Matthias Schweighöfer aus, die ebenfalls nominiert waren. Der 54-Jährige ist selbst im Allgäu geboren und darf für die Rolle des kauzigen Kommissars in die Mundart seiner Kindheit zurückfallen.
Kommissar Kluftinger ist der Titelheld der Kriminalromanreihe des deutschen Schriftsteller-Duos Michael Kobr und Volker Klüpfel. Bisher gibt es fünf Teile. Nach angaben des Bayrischen Fernsehen werden derzeit Drehbücher aus den Romanvorlagen Milchgeld und Seegrund entwickelt. Sollte die Idee auch schließlich in die Tat umgesetzt werden, ist mit einem Beginn der Dreharbeiten im kommenden Jahr zu rechnen. Ausgestrahlt würde der erste Fall dann frühestens 2012. Auf den Münchener Tatort solle die Idee allerdings keinen Einfluss haben. Es werde wenn dann zwei Teams geben, wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, hieß es von Seiten des Bayrischen Rundfunks.
Man darf gespannt sein, ob der schräge Hinterwäldler-Krimi dann auch in der ARD an die Erfolge aus dem Bayrischen Fernsehen anknüpfen kann und einen ähnlichen Kultstatus erzielen wird, wie sein westfälischen Krimikomödien-Pendant aus dem Münsterland. Die Chancen stehen gut – auf alle Fälle.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige