BBC steckt heftige Kritik für Relaunch ein

Der britische Sender BBC hat seine Website der umfangreichsten Änderung seit 2003 unterzogen. Doch anstatt für ein modernes, benutzerfreundliches Design gelobt zu werden, beschweren sich die Leser über den Relaunch. In fast 4.500 Postings kritisieren sie die Neuheiten, wobei von "Dreck" und "Dilettantismus" die Rede ist. Auch die Vernetzungs-Features von Facebook und Twitter stören sie. Der BBC-Redakteur Steve Herrmann bezieht jetzt Stellung und erklärt, warum die alte Seite nicht wieder herausgekramt wird.

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"Wir denken nicht daran, das alte Design noch einmal zu benutzen", schreibt Herrmann. "Unser Plan ist, die Änderungen weiter fortzuführen und zu optimieren." Doch worüber echauffieren sich die britischen Gebührenzahler überhaupt? Das Menü ist vom linken Seitenrand nach oben gewandert, und jeder Artikel will bei Twitter oder Facebook (über den "I like"-Button) weiterempfohlen werden. Insgesamt mutet die BBC niemandem etwas zu, das man nicht schon woanders gesehen hätte. Also besteht eigentlich kein Grund für Kritik, denkt man.

Viele Nutzer sehen das aber anders. Ihnen fehle zum Beispiel der europäische und weltweite Wetterdienst, den die BBC früher auf ihren Länderseiten anbot. Darüber hinaus sei für viele Leute, die vom Arbeitsplatz aus surfen, die Facebook-Funktion problematisch. Ihre Rechner würden den Zugang zu dem Social Network teilweise blockieren, weshalb ihnen der Zugriff auf Seiten mit dem "I Like"-Button verwehrt bleibe. Für dieses Problem hat die BBC jedoch mit einem Anti-Facebook-Cookie Abhilfe geschaffen.

Ebenfalls schwierig sei die Darstellung von Seiten, auf denen Videos eingebunden sind. Die Bewegtbilder zögen die Seitenperformance so stark herunter, dass die Surfgeschwindigkeit deutlich reduziert werde. Die BBC schiebt das Problem zurzeit noch auf die Internetbandbreite der jeweiligen Nutzer. Trotzdem verspricht sie, an einer Optimierung zu arbeiten.

Steve Herrmann rechtfertigt den Relaunch damit, dass die Website erst nach "umfangreichen Tests und Gesprächen mit Nutzern" online gegangen sei. Unbestätigten Angaben zufolge hatte sich die Online-Technik aber nur wenige Wochen Zeit genommen, um von Usern gewünschte Verbesserungen einfließen zu lassen, berichtet Sat + Kabel.

Die BBC-Website gilt als eines der führenden Informationsportale im Internet. Gestartet wurde sie 1997 und erreicht monatlich 26 Millionen Unique User aus der ganzen Welt.

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