Wikileaks will deutsche Stiftung gründen

Die Whistleblower-Website Wikileaks plant, eine eigene Stiftung in Deutschland zu gründen. Das sagte Daniel Schmitt, ein Sprecher von Wikileaks im Interview mit der Website der Wochenzeitung Der Freitag. Außerdem gab Schmitt bekannt, dass nach einem Providerwechsel nun wieder Dokumente bei Wikileaks eingereicht werden können. In den vergangenen Tagen war das Internet-Formular, mit dem Dokumente zu Wikileaks sicher hochgeladen werden können, nicht erreichbar gewesen.

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Der zeitweise Ausfall führte in Teilen des Webs zu Spekulationen über die Zukunft der Site. Schmitt betonte nun, dass der verschlüsselte Upload wieder funktioniert und Wikileaks sogar expandieren möchte. Wikileaks wurde im April der breiten Öffentlichkeit bekannt, als die Site ein geheimes Bordvideo eines US-Kampfhubschraubers im Irak veröffentlichte, bei dessen Angriff Zivilisten getötet wurden.
Der Informant, der Wikileaks das Video vermutlich zugespielt hat, war ein US-Soldat namens Bradley Manning. Manning hatte sich einem Hacker anvertraut, der ihn an die Behörden verriet, nun steht er in Amerika vor Gericht. Wikileaks bestätigt zwar nicht, dass Manning die Quelle für das Video war, hat aber gleichwohl angekündigt, ihn bei seinem Prozess zu unterstützen.

Die schwierigste Aufgabe sei es derzeit, das Wachstum von Wikileaks in den Griff zu bekommen, sagte Schmitt gegenüber dem Freitag. Es fehle vor allem an Mitarbeitern, die den Kontakt zur Presse halten und die sich um die Koordination von neuen Helfern kümmern. Künftig sollen Vollzeit-Mitarbeiter von Wikileaks auch ein Gehalt aus den Spendengeldern erhalten. Im Gespräch seien zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Entschieden sei aber noch nichts.

Ein Großteil der Spenden für Wikileaks wird derzeit über die Wau-Holland-Stiftung in Berlin verwaltet. Eine weitere Non-Profit-Organisation, die sich um die Verwaltung von Wikileaks-Spenden kümmere, sitzt in Australien, so Schmitt. U.a. für Deutschland sei zudem die Gründung einer eigenen Wikileaks-Stifting sehr wahrscheinlich. Der Ausfall der Upload-Seite von Wikileaks in den vergangenen Tagen lag laut Schmitt an einem Providerwechsel von den USA nach Europa. Die Verschlüsselung der Site sei nun sogar besser als vorher und in Kürze würden neue Dokumente veröffentlicht werden.

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