Studie: Wie Smartphones genutzt werden

Die Mediennutzung wird immer mobiler: rund acht Millionen Deutsche sind heute schon mit ihren Handys im Internet unterwegs. Trotz iPad-Hype sind Smartphones der Wachstumsmarkt bei mobilen Diensten und Anwendungen - vor allem aber beflügeln sie die Fantasie vieler Verleger für neue Erlösmodelle. Im Mobile Research Guide 2010 untersucht die Beratungsgesellschaft Kirchner + Robert 89 verschiedene Studien zur Nutzung von Smartphones.

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Smartphones gehört die Zukunft: Nach Schätzungen des Branchenverbandes Bitkom wird in diesem Jahr jedes dritte neue Mobiltelefon ein Multimedia-Handy sein. Nach Schätzungen werden 2010 demnach voraussichtlich rund acht Millionen Smartphones verkauft, etwa 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Und das ist erst der Anfang, wie Sabrina Buschow, eine der Autorinnen der Studie, feststellt: "Als täglicher Begleiter und fester Bestandteil unseres Alltags eignen sich Smartphones aufgrund ihrer Größe und vielfältigen Funktionen wie kein anderes mobiles Endgerät für die Unterwegs-Situation."
Laut Mobile Research Guide 2010 sind heute rund 8 Millionen Bundesbürger mobil im Internet unterwegs. Auch in den nächsten Jahren rechnen die Experten mit hohen Zuwachsraten. Für ihre Analyse hat die Beratungsgesellschaft Kirchner + Robert 89 Einzelstudien zum Thema mit ihren teilweise recht deutlich variierenden Ergebnissen ausgewertet.
Eines der Resultate: Mit dem mobilen Internet drängen neue Kommunikationsmittel wie E-Mail und Messenger-Dienste in den Markt und verdrängen bisherige Dienste wie SMS zusehends. Demnach kommunizieren heute 70 Prozent der mobilen Internetnutzer, also knapp sechs Millionen Menschen, bereits per E-Mail über ihr Handy, 25 Prozent nutzen Mobile Instant Messaging, aber auch SocialNetworks werden zunehmend genutzt. Vor allem bei jungen Nutzern ist ein deutlicher Zuwachs dieser Dienste zu verzeichnen.
Auch mobile Informationsangebote werden immer stärker zu einem festen Bestandteil der alltäglichen Mediennutzung: Laut comScore hat sich die Zahl der Nutzer, die News und Informationen über ihren Mobile Browser abrufen, in Deutschland von Juli 2008 bis Juli 2009 nahezu verdoppelt. Mobilportale wie Bild, Spiegel, Focus und Stern verzeichneten allein von Februar bis Ende Juli 2009 zweistellige Wachstumsraten bei ihren mobilen Besuchern. Und fast vier  Millionen Menschen nutzen die mobile Suche auf dem Handy.
Neben Informationen gewinnen laut Mobile Research Guide vor allem Location Based Services und die mobile Suche an Bedeutung. "Der direkte Zugang zum Nutzer und die Einbeziehung des räumlichen Kontexts bieten Verlagen und Content-Anbietern zahlreiche Möglichkeiten zur Entwicklung attraktiver mobiler Angebote", sagt Dr. Marco Olavarria, geschäftsführender Gesellschafter von Kirchner + Robrecht.
Dagegen ist die Nutzung mobiler Unterhaltungsangebote wie Spiele, Musik und insbesondere TV nach wie vor eher zurückhaltend, der noch vor wenigen Jahren prognostizierte Wachstumsschub ist bisher ausgeblieben. Auch das mobile Shopping oder mobile Bezahl-Dienste werden von den Smartphone-Nutzern bisher kaum angenommen.

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