Astra dreht Sex-Sendern den Saft ab

Wer sich auf der heimischen Fernbedienung mal auf Wanderschaft durch die hinteren Programmplätze gemacht hat, kann sein blaues Wunder erleben und rote Ohren bekommen. Sender mit Namen wie Kurvenreich, Dreamgirls.tv oder Flirtrepublik senden rund um die Uhr zu Dutzenden aufdringliche Werbung für kostenpflichtige Sex-Hotlines. Laut dem Magazin Focus hat der Satellitenbetreiber Astra jetzt freiwillig eingewilligt, die Schmuddel-Kanäle schrittweise aus seinem Angebot zu verbannen.

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Rein rechtlich ist gegen die aufdringliche Dauer-Sex-Werbung im Free-TV nichts zu machen. Die Betreiber der schnellen, teuren Nummern sitzen im Regelfall im Ausland und unterstehen nicht den deutschen Jugendschutz-Gesetzen. Das Magazin Focus berichtet nun aber, Astra habe sich freiwillig mit der Kommission für Jugendmedienschutz darauf geeinigt, die Sex-Kanäle bis Ende 2011 von den Bildschirmen zu verbannen.

Neue Sex-Sender würden gar nicht mehr zugelassen. Ende 2011 laufen dann die letzten derzeit noch bestehenden Verträge aus. Über 30 Sex-Kanäle würden dann abgeschaltet, so Focus. Die betroffenen Sender sind ohnehin keine Fernsehkanäle im engeren Sinne. Die Angebote bestehen lediglich aus Animier-Bildchen meist vollbusiger Damen und aufdringlichen Anruf-Aufforderungen.

Mögliche wurden solche Angebote erst, als mit der Digitalisierung des Satellitenfernsehens auch für Randangebote Unmengen an freien Sendeplätzen zur Verfügung standen. Sitte, Moral und Jugendschutz dürften freilich nicht die einzigen Triebfedern von Astra sein, die Schmuddel-Sender nun mit Ansage aus dem Programm zu werfen. Astra arbeitet, wie auch die großen Free-TV-Sender, darauf hin, künftig auch private TV-Programme zu verschlüsseln und dafür Geld zu nehmen. Und wenn man sich bei Familien und Gutverdienern als kostenpflichtiges Premium-TV-Angebot positionieren will, kommt es gar nicht gut an, wenn ein paar Klicks weiter auf der Fernbedienung das digitale Rotlichtviertel floriert.

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