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Apples PR-Trick gegen „Antennagate“

Auf der mit Spannung erwarteten Apple-PK zu den offenkundigen Qualitäts-Problemen beim iPhone der vierten Generation hat Konzern-Chef Steve Jobs die Nutzer um Entschuldigung gebeten und Wiedergutmachung versprochen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Der 54-Jährige glaubt, die Käufer mit einer Schutzhülle zum Einkaufswert von drei Dollar abspeisen zu können. Bis zum 30. September soll diese Regelung gelten. Das Problem des schlechten Telefon-Empfangs ist damit allerdings nicht gelöst.

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"Es gibt kein Antennagate", sagte Jobs in Anspielung auf Watergate und versuchte, die Empfangsprobleme des neuen metallenen Gehäuses herunterzuspielen. Zuvor hatten mehrere Empfehlungs-Portale in den USA vom Kauf des iPhones 4 abgeraten. Auch deutsche Handy-Händler melden, dass Firmenkunden nach ersten Erfahrungen mit dem aktuellen Smartphone auf die krisensichere Variante 3 GS zurückgreifen. Laut Jobs sind die Probleme nicht auf das iPhone beschränkt, die meisten Experten sehen dies jedoch anders. Zudem soll der amerikanische Telko-Konzern AT & T allen Kunden anbieten, das iPhone 4 ohne jegliche Kosten zurückzugeben.
Das klingt extrem defensiv, obwohl Jobs sich bemühte, alles als normale Probleme im Zusammenhang mit Hard- und Software von Smartphones darzustellen. Stattdessen erklärte er das iPhone zum "vielleicht besten Produkt", das seine Company jemals auf den Markt gebracht hat. Dabei räumte er ein, dass die Telefon-Signale nicht optimal empfangen werden könnten, wenn man das neue iPhone an der unteren linken Ecke anfasse. Achselzuckend meinte Jobs: "Das ist eben die Smartphone-Welt."
Allein das zeigt den recht chaotischen Umgang des Unternehmens mit den Problemen. Anfänglich hatte der Konzern den Kunden empfohlen, das Telefon anders zu halten, um dann zu behaupten, dass firmenfremde Sofware Ursache der Empfangsstörungen sei. Einen Sturm der Entrüstung löste indes die "Wiedergutmachung" aus, die der Apple-Chef ankündigte. Experten rechneten vor, dass die mit 29 Dollar hoch bepreiste Schutzhülle den Konzern nur 3 Dollar in der internen Berechnung koste, was angesichts des Preises für das iPhone ein Witz sei. Jede andere Form des Trouble-Shootings wäre extrem teurer geworden. Für viele ein PR-Trick, der das Grundproblem in keiner Weise löst.
Apple hat laut Jobs seit dem Marktstart Ende Juni bereits drei Millionen iPhones 4 verkauft. Die Beschwerderate liegt angeblich bei fünf Promille. Der Imageschaden indes dürfte weit höher sein. Es gibt offenbar doch ein Antennagate.

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