Google will von Suche unabhängiger werden

Der Internetkonzern Google hat im zweiten Quartal des Jahres 6,82 Milliarden Dollar eingenommen. Das sind 24 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahresquartal, aber nur 3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2010. Analysten hatten höhere Umsatzsprünge erwartet. Vor der Bilanzpressekonferenz war eine großangelegte Kooperation Googles mit dem Werbe-Multi Omnicom im Bereich der Display-Ads bekannt geworden.

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Ein seltenes Ereignis: Der Nettogewinn Googles ist im Vergleich zum Vorquartal sogar leicht gesunken, dies wird mit höheren Kosten (unter anderem für 21.805 Angestellte, tausend mehr als zuvor) erklärt. Zudem ist das Geschäft mit den bezahlten Klicks gegenüber dem ersten Quartal leicht rückläufig, Google verbucht hier ein Minus von 3 Prozent. Rapide Wachstumsraten erzielte der Konzern dagegen bei der Display-Werbung, u.a. auf YouTube, sowie auf dem Mobile-Sektor.

Dennoch ist Googles Kasse praller gefüllt denn je, das verfügbare Kapital wird mit mehr als 30 Milliarden Dollar angegeben, 4 Milliarden mehr als im ersten Quartal 2010. Das Unternehmen kündigte an, in vielen Breichen weiter zu investieren und zu akquirieren. "Insgesamt sind wir sehr zufrieden", kommentierte CFO Patrick Pichette das Ergebnis. Und er verriet noch einige interessante Zahlen: So habe Google 100 Millionen Dollar investiert, um den Rechtsstreit mit Viacom zu gewinnen. Oder: Als die Suchmaschine auf der Startseite für kurze Zeit ein Pac-Man-Spiel installierte, hätten die Nutzer weltweit 4,8 Millionen Stunden damit verbracht. Und: Die Zahl der Android-Apps wächst sprunghaft, von 30.000 im April auf jetzt 70.000.

Ein Teil der angekündigten Investitionen dürfte in eine Kooperation mit dem Werbekonzern Omnicom fließen, mit der Google seine Abhängigkeit von der Such-Vermarktung reduzieren will. Der vom Wall Street Journal vorab publizierte Deal sieht ein Wechselgeschäft vor: Omnicom platziert einen großen Teil seiner Display-Ads – die Rede ist von hunderten Millionen Dollar Umfang – über Googles "ad exchange", ein Vermittlungssystem zwischen Werbekunden und Website-Betreibern. Im Gegenzug verspricht Google die gemeinsame Errichtung eines weltweiten "trading desk" mit Omnicom. In die Allianz soll auch Googles Datenmaterial über die Nutzung der Online-Werbung einfließen.

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