Sofa-Kurier: Web-Mag für Hobby-Autoren

Nico postet sein Rezept für den perfekten Nudelsalat und Marny schreibt über ihre Ideenfindung für Tattoos: Mit Sofa-kurier.de ist am Donnerstag ein deutschsprachiges Magazin von Usern für User gestartet. Autor werden kann jeder, der der Meinung ist, dass er etwas Interessantes mitzuteilen hat. Das Besondere: Für ihre Texte werden die Autoren auch finanziell belohnt. Das Web-Mag beteiligt sie prozentual an den Werbeeinnahmen, abhängig davon, wie oft ein Artikel gelesen wird.

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Die Betreiber wollen damit "nicht unbedingt auf Masse, sondern eher auf Klasse" setzen, mit dem Ziel, "hochwertige Artikel" zu bekommen. Hinter der Idee stecken Gründer Carsten Hoppe und Danny Eckhardt, für die das Internetgeschäft kein Neuland ist. Hoppe ist schon seit mehr als zehn Jahren in der Online-Welt unterwegs und hat die Seite Datenwachschutz.de ins Leben gerufen. Eckardt ist bekannt durch Blogschau.tv. Mit seinem damaligen privaten Blog derecki.de hat er es sogar in die deutschen Blogcharts geschafft.

Die angebotenen Rubriken von Sofa-kurier.de ähneln denen klassischer Medien und reichen von Boulevard und Familie über Politik und Wirtschaft bis hin zu Sport und Wissenschaft, jeweils aufgeteilt in verschiedene Unterpunkte. Wer am Donnerstag die Seite besuchte, stieß allerdings in vielen Fällen noch auf die Meldung: "Es gibt in der Kategorie [xy] noch keine Artikel. Willst du der erste sein?".   

Bisher sind bei Sofa-Kurier mehr als 20 Autoren registriert. Ob sich ihr Engagement finanziell lohnt, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich ist, dass es gerade in der Anfangsphase für die Freizeittexter ein wenig lukratives Geschäft, im Bereich der Cent-Beträge, sein wird. Darauf werden diese auch von den Betreibern hingewiesen, "da Google erst einmal die Artikel und die Domain indexieren muss."
Man findet teilweise kluge Artikel in dem Web-Mag, die sich zum Beispiel mit dem vierwöchigen WM-Patriotismus auseinandersetzen, aber auch solche, die sich eher zweifelhaft mit Themen, wie der Zuwanderungsfrage beschäftigen. Sofa-Kurier, das betont die Seite selbst, lebt von persönlichen Erfahrungen und Meinungen. Das ist, wenn es um Reisen oder Produkte geht, sicherlich häufig sinnvoll und dem aktuellen Informationstrend im Internet entsprechend, kann bei politischen Themen aber oft heikel werden. Hier müssen die Macher ein besonderes Auge auf ihre Schreiber werfen.  

Fazit: Sofa-Kurier ist vielfältig und wer genau hinschaut, kann zwischen vielen Belanglosigkeiten auf den ein oder anderen interessanten Gedanken stoßen. Die ambitionierten Macher müssen sich allerdings vorsehen, dass sich ihr Konzept – jeder schreibt über das, was er will – nicht im Weißen Rauschen verliert.

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