Trauer um kicker-Legende Heimann

Der langjährige Herausgeber und Chefredakteur des Fußball-Magazins kicker ist nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 85 Jahren gestorben. Karl-Heinz Heimann war von 1968 bis 1988 Chefredakteur, von 1988 bis 2009 Herausgeber der Zeitschrift, die an diesem Mittwoch 90-jähriges Jubiläum feiert. Bis in die jüngste Zeit drehte Karl-Heinz Heimann seinen legendären "Scheinwerfer", eine Kolumne zu aktuellen Fußball-Themen, die von seinem gewaltigen Erfahrungsschatz zehrte.

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"Der ‚kicker‘ verliert mit Karl-Heinz Heimann eine seiner herausragenden Persönlichkeiten", sagt Chefredakteur Klaus Smentek. Die geplanten Feierlichkeiten zum Jubiläum wurden sofort abgesagt.
Der in Westfalen geborene und in Falkensee bei Berlin aufgewachsene Heimann verbrachte viereinhalb Jahre in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. 1950 bis 1952 studierte er an der Journalistenschule in Aachen, am 17. März 1952 trat er in die Nürnberger kicker-Redaktion ein.
Heimann prägte beim bis zur Markteinführung von Sport Bild weitgehend konkurrenzlosen Magazin einen Stil, der auf den deutschen Sportjournalismus großen Einfluss hatte: Überaus ernst, faktenbezogen und trotzdem urteilsfreudig. Die Einführung von Schulnoten für Leistungen auf dem Platz ging auf sein Konto; eine Übung, der die kicker-Redakteure viele Gedanken und Diskussionen widmeten. Mit regelmäßigen Ranglisten, Auszeichnungen und auch einer manchmal heiklen Nähe zu den Akteuren machte er sein Heft für Fußball-Fans nahezu unverzichtbar.
Zu Heimanns Verdiensten gehört sein Blick auf das internationale Geschehen, zum Beispiel wurde der einstige Kriegsgefangene zu einem führenden Experten für den sowjetischen Fußball. Mit dem Torwart Lew Jaschin und dem legendären Trainer Waleri Lobanowski pflegte er kritische Freundschaften.

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