Radio-ma: alle Bundesländer auf einen Blick

Bei einigen Senderchefs erfolgsverwöhnter Marktführer dürften die neuen Radio-ma-Zahlen am Dienstag für einen Schreck in der Morgenstunde gesorgt haben. Denn: In sieben der 16 Bundesländer wurden die Top-Sender der vorigen ma von ihrem ersten Platz verdrängt. So gibt es u.a. in Bayern, Baden-Württemberg und Berlin neue Führende. In Berlin stürzte die bisherige Nummer 1 radioeins sogar zurück auf den vierten Platz. MEEDIA präsentiert die Sender-Rankings aller 16 Bundesländer im Überblick.

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eginnen wir unsere traditionelle Reise durch die regionalen Radio-Marktanteile wie immer im Norden. Schleswig-Holstein ist gleich das erste Land, in dem es einen Führungswechsel auf der Spitzenposition gab. So muss sich R.SH Radio Schleswig-Holstein diesmal mit Rang 2 zufrieden geben. Grund: Der Marktanteil des Senders schrumpfte von 24,8% auf 24,1%, während NDR 1 Welle Nord gleichzeitig von 22,9% auf 24,5% zulegen konnte. Die Kollegen von NDR 2 sind hingegen der große Verlierer in Schleswig-Holstein: von 17,1% auf 11,6% verschlechterten sie sich, müssen nun sogar auf die Verfolger Radio Nora und N-Joy achten, die sich beide leicht verbessern konnten.

In Hamburg baut Marktführer Radio Hamburg seinen Vorsprung hingegen wieder aus: 2,7 Marktanteilspunkte kamen neu auf das Konto des Privatsenders. der Vorsprung auf NDR 90,3 beträgt nun 4,2 Zähler. Auch hier gehört NDR 2 zu den Verlierern, mit einem Minus von 0,6 fällt der Verlust aber wesentlich verträglicher aus als in Schleswig-Holstein. Oldie 95 gewinnt auf Rang 4 leicht hinzu, Das neue alster radio verliert leicht.

Keine Chance auf einen Führungswechsel gibt es in Niedersachsen. Hier führt NDR 1 Niedersachsen mit 28,9% weiterhin meilenweit vor radio ffn. Im Vergleich zur ma 2010 radio I gewann NDR 1 sogar weitere 1,8 Punkte hinzu. ffn verbesserte sich immerhin um 0,2 Zähler und hält damit den Konkurrenten und einzigen Verlierer in der Top 5 Hit-Radio Antenne auf Abstand. NDR 2 verbesserte sich im Gegensatz zu Schleswig-Holstein und Hamburg, N-Joy festigt seinen fünften Platz.

Die wohl größte Sensation der aktuellen Radio-ma fand unterdessen im kleinen Bremen statt. Dort verbesserte sich das Bremer Jugendradio Bremen Vier um sage und schreibe 8,9 Marktanteilspunkte und ist mit 33,5% nicht nur die neue Nummer 1 auf dem Bremer Radiomarkt, sondern verfügt gleichzeitig über den höchsten Marktanteil aller Sender in ihren jeweiligen Bundesländern. Der bisherige Marktführer Bremen Eins kann dabei nichtmal traurig sein, verbesserte er sich doch ebenfalls – wenn auch nur um 0,8 Zähler. Verlierer finden sich hingegen auf den Rängen 3 bis 5: NDR 1 Niedersachsen, Energy Bremen und Hit-Radio Antenne.

Keine Veränderung an der Spitze gibt es natürlich auch in Nordrhein-Westfalen. Die Lokalsenderkette radio NRW verbesserte sich leicht von 31,6% auf 32,0% und hält die WDR-Armada damit weiter klar in Schach. WDR 2 und 1Live liegen mit je 19,9% weiterhin gleichauf. Auch die Ränge 3 und 4 gehen an den WDR: WDR 4 gewann deutlich hinzu, WDR 5 leicht.

Viel Vorsprung eingebüßt hat hingegen die Nummer 1 Hessens, Privatsender Hit Radio FFH. Lag dieser Vorsprung in der vorigen ma noch bei 8,7 Prozentpunkten, sind davon nun nur noch 3,1 Zähler übrig geblieben. Mit 24,2% muss FFH einen Verlust von 3,1 Punkten erdulden, während Verfolger hr4 2,5 Zähler hinzugewann. hr3 gewann ebenfalls klar, hr1 verlor deutlich und planet radio festigte mit einem kleinen Gewinn den fünften Platz in Hessen.

In Rheinland-Pfalz sehen die Verhältnisse an der Spitze etwas deutlicher aus als beim letzten Mal. Lag Privatsender RPR1. damals nur 0,5 Zähler hinter dem öffentlich-rechtlichen Konkurrenten SWR3, sind es nun deutlichere 3,8 Punkte. SWR3 verbesserte sich nämlich von 21,7% auf 23,7%, während RPR1. von 21,2% auf 19,9% fiel. Von hinten näherte sich zudem SWR4 RP (16,7%), auf den Rängen 4 und 5 liegen SWR1RP und bigFM.

Einen SWR-internen Führungswechsel gab es in Baden-Württemberg. Hier führt nun nämlich nicht mehr SWR 3, sondern Schlagersender SWR4 BW. Grund für den Wechsel ist vor allem das deutliche Minus bei SWR 3: 3,0 Prozentpunkte gingen dort verloren. SWR1 BW verlor 0,5 Zähler, liegt aber noch vor dem Rest der Konkurrenz, die in der Top 5 aus Hit-Radio Antenne 1 und Radio 7 besteht. Radio Regenbogen, beim letzten Mal noch die Nummer 5, hat diesen Platz diesmal verloren.

In Bayern gab es den schon in der Blitz-Analyse erwähnten Wechsel an der Spitze der Sendercharts: Bayern 1 hat Antenne Bayern überholt, liegt dank des Zuwachses von 1,6 Punkten nun sogar 3,1 Zähler vor Antenne Bayern. Mit klarem Abstand folgen dahinter das Bayern-Funkpaket und Bayern 3, die beide ebenfalls zulegen konnten, das fünftplatzierte Bayern 2 hat auf dem übersichtlichen bayerischen Markt gerade mal einen Marktanteil von 1,8%.

Spannend geht es im Saarland zu: Zwischen dem Ersten und dem Dritten liegen hier nur noch 1,7 Prozentpunkte. Interessanterweise haben alle drei großen Sender klar gewonnen. So verbesserte sich Marktführer Radio Salü von 28,1% auf 29,6%, SR 3 und SR 1 liegen nun bei 27,9% und 24,0%. Mit großem Abstand folgen dahinter SWR3 – der einzige Verlierer in der Top 5 – sowie RTL Radio.

Der umkämpfteste Radiomarkt der Republik ist weiterhin der in Berlin. Hier reicht ein Marktanteil von 12,2% für den ersten Platz – so wenig wie nirgends sonst. Auf den ersten Plätzen gibt es dabei diesmal starke Verwerfungen. So findet sich der Marktführer der vorigen ma, radioeins, diesmal nur noch auf dem vierten Rang. 2,9 Prozentpunkte gingen dem Sender verloren, 8,9% sind übrig geblieben. Gewonnen haben hingegen 104.6 RTL, 105’5 Spreeradio und radioBerlin 88,8, die sich damit vor radioeins gesetzt haben. 104.6 RTL führt dabei mit 12,2% und einem Vorsprung von 1,6 Zählern. Komplettiert wird die Berliner Top 5 von Antenne Brandenburg.

Auch in Brandenburg gibt es eine neue Nummer 1: BB Radio überholte dank eines Sprungs von 3,8 Marktanteilspunkten Antenne Brandenburg, das wiederum 1,3 Zähler verloren hat. Mit deutlichem Abstand folgen dahinter 104.6 RTL, Berliner Rundfunk 91!4 und Fritz, das sich den fünften Platz mit 94,3 rs2 teilt.

Stolze 30,0% erreicht der neue Marktführer Mecklenburg-Vorpommerns. NDR 1 Radio MV kletterte von 27,4% auf diese runde Zahl und überholte unterwegs die vorige Nummer 1 Ostseewelle Hit-Radio MV, die von 31,9% auf 29,5% rutschte. Auch die Sender auf den Rängen 3 bis 5 verloren: Antenne MV 1,0 Punkte, NDR 2 sogar 2,7 und N-Joy immerhin 1,0. NDR 2 verlor also wie schon in Schleswig-Holstein und Hamburg, einzig in Niedersachsen gewann der Sender hinzu.

Alles beim Alten in Sachsen: Hier führt weiterhin mit dem größten Vorsprung aller Bundesländer MDR 1 Radio Sachsen. Mit 29,3% hat der Sender zwar nicht mehr wie beim letzten Mal einen mehr als doppelt so großen Marktanteil wie der Zweitplatzierte Radio PSR, mit 29,3% zu 15,7% beträgt er aber immer noch satte 13,6 Prozentpunkte. Das Sachsen-Funkpaket gewann im Gegensatz zu den beiden Führenden hinzu und eroberte sich damit den dritten Platz von R.SA, Jump gewann leicht.

Sehr groß ist auch der Vorsprung von radio SAW in Sachsen-Anhalt: Trotz eines Verlustes von 1,3 Prozentpunkten baute man diesen Vorsprung sogar noch aus, denn der Zweitplatzierte MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt verlor noch deutlicher. Die 33,3% von radio SAW sind hinter den 33,5% von Bremen Vier zudem der zweithöchste Marktanteil eines Senders in allen 16 Bundesländern. Auch Radio Brocken und Jump verloren in Sachsen-Anhalt, der einzige Gewinner in der Top 5 heißt daher 89.0 RTL.

Im letzten Bundesland unserer Radioreise, Thüringen, hat sich auf den ersten vier Plätzen gar nichts an der Reihenfolge geändert. So verteidigte MDR 1 Radio Thüringen trotz eines Verlustes von 2,7 Marktanteilspunkten seine Führung vor Antenne Thüringen, das sogar 3,5 Zähler einbüßte. LandesWelle Thüringen rückt daher näher an den zweiten Platz heran, Jump und NDR 1 Niedersachsen, das sich fern der Heimat um 2,3 Punkte verbesserte, komplettieren die Top 5.

Unsere Analyse mit den größten Gewinnern und Verlierern, sowie dem Top-50-Ranking der Sender finden Sie an dieser Stelle.

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