(N)Onliner Atlas: 70 Prozent sind online

Zum ersten Mal ist die Zahl der aktiven Internetnutzer auf über 70 Prozent gestiegen. Das geht aus dem jüngsten (N)onliner Atlas der Initiative D21 hervor. Demnach sind zwei Millionen neue Internetnutzer im letzten Jahr dazu gekommen. Knapp 19 Millionen Bundesbürger über 14 Jahren sind jedoch noch immer nicht in der digitalen Welt angekommen. "Trotz des deutlichen Wachstums bei der Internetnutzung profitieren davon nicht alle Teile der Gesellschaft", so Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21.

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"Es ist erfreulich, dass inzwischen fast drei Viertel aller Bürgerinnen und Bürger in Deutschland online sind", betonte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Hans-Joachim Otto. Im gleichen Zug kündigte er jedoch an, die Internetkompetenz der Nutzer erhöhen zu wollen, damit mögliche Risiken und Chancen erkannt werden können.
Bremen Spitzenreiter, Meckelnburg Vorpommern Schlusslicht
Bremen ist nach wie vor Internetland Nummer eins. Mit 80,2 Prozent aktiven Internetnutzern liegt das kleinste Bundesland deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Den höchsten Zuwachs hingegen verzeichnet Rheinland-Pfalz mit 6,4 Prozent. Am schwächsten hat sich die Internetnutzung in Sachsen (0,7) und Mecklenburg Vorpommern (0,8) entwickelt. Damit ist Meck Pomm das Schlusslicht der deutschen Web-User.

Je besser gebildet, desto aktiver im Netz
Der höchste Zuwachs bei der Internetnutzung ist in der Gesellschaftsschicht mit formal einfacher Bildung zu verzeichnen. 56,6 Prozent dieser Gruppe sind bereits im Internet unterwegs. Ein direkter Zusammenhang zwischen Bildung und Internetzugang lässt sich ebenfalls aus der aktuellen Studie erkennen. Befragte der mittleren formalen Bildung sind demnach mit 76 Prozent weitaus aktiver im Netz. Fast 90 Prozent der Befragten mit Hochschulreife nutzen regelmäßig das Worl Wide Web.

"Trotz des deutlichen Wachstums bei der Internetnutzung profitieren davon nicht  alle Teile der Gesellschaft", so Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21, "Digitale Kompetenz ist nicht nur eine Voraussetzung für den Berufseinstieg, sie ist auch ein wichtiger Erfolgsfaktor für uns in Deutschland als Wissenschaftsland." Der Zusammenhang zwischen Bildung und Internetzugang zeigt sich besonders in den neuen Bundesländern.

"Es gibt kaum noch einen Beruf, der ohne ein Mindestmaß an Kentnissen über die digitalen Medien auskommt. So lange wir eine digitale Grundversorgung nicht bieten können, schaffen wir in Deutschland allerdings eine Ungleichheit, die neben einer persönlichen Benachteiligung auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland nicht zugute kommt", so Henryk Wulf, Vizepräsident der Initiative D21.
Im Alter nimmt die Internetnutzung ab
Während die jüngeren Befragten zwischen 14 und 29 Jahren zu 95,8 Prozent regelmäßig im Netz surfen, zeigt sich die Generatin 50 plus weniger netzaffin. Nur 54 Prozent dieser Gruppe nutzt das Web, bei den über 70-Jährigen sind es nur noch 23,3 Prozent, dennoch hier stieg der Anteil der Onliner um 4 Prozentpunte. Hier zeigt sich besonders deutlich, dass Männer im Alter wesentlich häufiger im Netz unterwegs sind als Frauen. Während jeder dritte Mann über 70 surft, zieht es nur jede siebte Frau vor den PC.
Einen wirklichen Nachteil haben die älteren Internetmuffel jedoch nicht: "Wir kommen nicht weiter, wenn wir Frauen über 70 als Problemgruppe stigmatisieren und unterstellen, sie seien in der digitalen Gesellschaft nicht angekommen. Sie verfügen über viel Lebenserfahrung und finden sich auch ohne Internetzugang bestens zurecht", so Birgit Kampmann, Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleihheit.

Deutlicher Zusammenhang zwischen Bildung und Einkommen
Obwohl die Anzhal der Internetnutzer mit einem Nettomonatseinkommen von unter 1.000 Euro gestiegen ist, liegt diese Gruppe mit ca. 50 Prozent doch deutlch hinter den Besserverdienern von über 3.000 Euro. Diese sind zu 92 Prozent online.
Seit zehn Jahren untersucht die Initiative D21 das deutsche Internet-Nutzungsverhalten. Durchgeführt wird die Studie von TNS Emnid/ TNS Infratest. 30.000 Personen werden dafür befragt.

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