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Kurt Otto geht nach 22 Jahren bei G+J

Irgendwann ist alles zuende. Im Fall von Kurt Otto hat es 22 Jahre gedauert. So lange hat der Kommunikator, aufgeteilt auf zwei lange Zeitintervalle, für Gruner + Jahr gewirkt. Dass er mit 63 Jahren in den Ruhestand geht, war seit Monaten bekannt und kommt für die Medienjournalisten doch plötzlich. Dafür war der begnadete Spin Doctor zu lange omnipräsent. Legendär sind seine Mails, die er gern mit einem wuchtigen "KO" abschloss. Der berufliche Abschied von Kurt Otto markiert auch das Ende einer Ära bei G+J.

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Vorstandschef Bernd Buchholz charakterisiert Otto als "großen Kommunikator der Verlagsbranche", der nun "die Bühne" verlasse. Dass diesem zuletzt nicht jedes Branchen-Stück, was dort heutzutage gegeben wird, gefallen hat, ist ein offenes Geheimnis. Kurt Otto ist ein Mann der alten Schule und das in positivem Sinn. Ob mit dem Säbel oder dem Florett: Der passionierte Jäger stand stets für die Auseinandersetzung mit offenem Visier. Das passte nicht jedem, auf beiden Seiten.
Dass er in jungen Jahren eine Ausbildung zum Redakteur durchlaufen hatte, gab ihm bei seinen Aufgaben als Sprecher das Gespür für die Produkte und das Innenleben der Magazin-Einheiten. Im Umgang mit den Medienjournalisten zeigte Otto viele Facetten, mal jovial plaudernd, mal wütend polternd. Aber selbst dann stand stets die Sache im Vordergrund, nicht Persönliches, weswegen in aller Regel bald die Friedenspfeife geraucht wurde. Die neue Generation der Verlags-Kommunikatoren ist weniger knorrig, aber vielfach auch weniger originell. Ausgezeichnete Marktkenntnis ist in vielen Verlagshäusern keine Primärtugend mehr, stärker scheint oft die Fähigkeit zu zählen, Berichterstattung zu bündeln und zu kontrollieren.

Von 1973 bis 1983 war erstmals in unterschiedlichen Bereichen für Gruner + Jahr aktiv. In diese Zeit fallen der Abschied von Stern-Gründer Henri Nannen und das Fiasko mit den Hitler-Tagebüchern. Schon damals führte Otto Titel, die auch heute noch modern klingen, wie den des Leiters der Abteilung Social und Political Marketing. Nach 15 Jahren bei verschiedenen Verlagshäusern und Fachmedien kehrte Otto 1998 als Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Verlagsgruppe Stern zurück, sprach für die Verlagsgruppe Stern / Geo / Art, den Fachbereich Media Sales sowie ab 2006 auch für die Gruner-Tochter Deutscher Pressevertrieb.
Die offizielle G+J-Presseerklärung bezeichnet Otto als "fundierten Kenner des Marktes und dessen Mechanismen". Tatsächlich ist der 63-Jährige nicht nur einer der erfahrensten Kommunikatoren der Verlagsszene, sondern auch einer der am besten vernetzten. Und wenn Otto bei missglückten PR-Manövern intern urteilte, "das bekommen wir nicht mehr eingefangen", dann herrschte am Baumwall Alarmstimmung, denn auf seine Einschätzung war Verlass. Bernd Buchholz erklärt dazu: "Wir schätzen die Kompetenz von Kurt Otto und danken ihm sehr für seine langjährigen und herausragenden Dienste für das Unternehmen."
Claus-Peter Schrack, seit einem Jahr Leiter der G+J-Unternehmenskommunikation, sagt über Otto: "In der relativ kurzen Zeit, in der ich Kurt Otto kennen lernen durfte, hat er mir mit seinem Know-how, seiner exzellenten Marktkenntnis und seinem historischen Wissen rund um G+J und die Verlage in der Bundesrepublik den Boden für meine Arbeit bereitet. Ich habe ihn als kritischen und scharfsinnig analysierenden Kollegen sehr schätzen gelernt, dessen Worte zu Recht nicht nur innerhalb des Verlages Gewicht haben."
Schrack und der seit Jahresbeginn amtierende G+J-Pressesprecher Christian Merl werden auch künftig auf Beratungsleistungen von Otto zurückgreifen können. Zudem soll dieser projektbezogene Aufgaben übernehmen. Ganz abtreten von der Medienbühne wird Kurt Otto also auch nach dem 31. Juli nicht, wenn seine G+J-Dienstzeit endet. Die Pressekoordination der Stern-Gruppe übernimmt zum 1. August Melanie Schehl. Die 36-Jährige folgt auf Isabelle Haesler, die innerhalb der Unternehmenskommunikation eine neue Aufgabe übernimmt.

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