YouTube zahlt für Original-Videos

Googles Video-Tochter YouTube hat einen fünf Millionen Dollar schweren Fonds aufgelegt, um unabhängige Video-Produzenten finanziell zu unterstützen. Google geht es darum, mehr attraktive Original-Inhalte auf die YouTube-Seite zu bringen, um mehr Display-Werbung verkaufen zu können. Der Such-Konzern Google steigt damit erstmals direkt in die Finanzierung von Inhalten ein. Auch mit weiteren Aktionen, wie Videos in extrem hoher Auflösung oder dem Filmprojekt "Life in a Day" soll YouTube attraktiver werden.

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In einem ersten Schritt soll mit dem neuen Fonds bis zu 100 YouTube-Inhalte-Lieferanten die Möglichkeit gegeben werden, Geld aus dem Fonds zu bekommen. Google will dabei erklärtermaßen auf bereits etablierte Inhalte-Anbieter setzen, die schon viele Videos für YouTube produziert haben. Es gibt eine ganze Reihe kleinerer Produzenten, die kurze Clips in eigenen Kanälen für YouTube produzieren und bisher lediglich an der verkauften Werbung beteiligt werden.

Bisher ließ sich für die Produzenten damit aber eher wenig verdienen. Die US-Marketing-Fachzeitschrift Ad Age zitiert den YouTube-Manager Georg Strompolos: “Viele dieser Leute haben ein großes Publikum bei YouTube aufgebaut, aber sie sind möglicherweise knapp bei Kasse und nicht in der Lage, ihre Operationen auf den nächsten Level zu bringen.”

Mit dem Geld will YouTube schlicht, die Zahl hochwertiger Original-Clips auf der Plattform erhöhen, um mehr Werbung verkaufen zu können. Die so genannte Display-Werbung, also im wesentlichen Banner-Anzeigen, wird von Google als großer Wachstumsmarkt gesehen. Bei der Suchmaschinen-Werbung ist Google schon lange Marktführer und Wachstum ist nur noch in beschränktem Ausmaß möglich.

Der YouTube-Fonds in einer Reihe von mehreren aktuellen Aktionen mit denen Google versucht, die Attraktivität von YouTube zu erhöhen. So hat die Firma kürzlich auch eine neue, deutlich verbesserte mobile Version der Website vorgestellt und angekündigt, dass Videos bald auch mit einer 4.096er Auflösung angezeigt werden können. Bisher lag die höchste Auflösung bei YouTube-Videos bei 1080 Pixeln. Eine 4K-Auflösung ist freilich für den heimischen PC ein bisschen überdimensioniert. ZDNet schreibt, dass man für diese Monster-Auflösung idealerweise eine Bildschirmdiagonale von über sieben Metern benötigt.

Außerdem hat YouTube gemeinsam mit den Top-Regisseuren Kevin McDonald und Ridley Scott als Produzent zu dem Kunstfilm-Projekt “Life in a day” aufgerufen. Dabei werden YouTube-Nutzer gebeten einen Teil ihres Lebens am 24. Juli zu filmen und bei YouTube online zu stellen. McDonald wird das Material dann sichten und zu einem Dokumentarfilm verarbeiten.

Hinter all den hübschen Aktionen steckt natürlich ein knallhartes Geschäftsinteresse auf Seiten von Google. Der Markt für Display-Werbung wird von Experten auf rund 20 Milliarden Dollar geschätzt. Laut dem Citigroup Analysten Mark Mahaney hat Google bisher einen Anteil von 600 Mio. Dollar daran – fast ausschließlich über YouTube. Man kann davon ausgehen, dass Google plant, seinen Anteil an dem 20-Mrd-Kuchen in nächster Zeit kräftig zu erhöhen. Da sind fünf Millionen eine eher überschaubare Investition.

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