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Springer: Spekulation um Döpfner abwegig

Dementis von allen Seiten: Nachdem der Branchendienst Kontakter am Montag über eine Strukturreform der Verlegerverbände VDZ und BDZV sowie Personalien an der VDZ-Spitze spekuliert hatte, reagierten Verlage und Verbände verschnupft. Dass Springer-Chef Mathias Döpfner im Amt des VDZ-Präsidenten Hubert Burda beerben und nach einer Fusion mit der Zeitungsverleger-Vertretung einen "Superverband" führen könnte, kommentiert Springer so: "Herr Döpfner steht für eine Kandidatur nicht zur Verfügung."

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Anlass für die Berichterstattung war offenbar die Ende 2011 auslaufende Amtszeit des inzwischen 66-jährigen VDZ-Hauptgeschäftsführers Wolfgang Fürstner. In diesem Fall ist eine Findungskommission aktiv, die im Verbandsauftrag sondieren soll, welcher Kandidat für den Job am besten geeignet ist. Angesichts des digitalen Umbruchs, strittigen Rechtsfragen im Internet und offenen Verlagsforderungen an die Politik ist Fürstners Amt gerade in diesen Jahren von großer verbandsstrategischer Bedeutung und kommt dem eines Generalsekretärs in der Politik gleich. Wie aus dem Umfeld des VDZ zu hören ist, gibt es in der Personalsichtung noch keinen finalen Stand.
Die Amtszeit des Präsidenten des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger läuft Mitte 2012 aus. Ob Hubert Burda sich dann erneut zur Wahl stellen wird, gilt als völlig offen. Beobachter hätten eine Nachfolge-Diskussion jedoch eher im Rahmen der Berichterstattung zu Burdas 70. Geburtstag erwartet als jetzt. Dass Mathias Döpfner dieses Amt anstrebt, wird von Springer ebenso energisch bestritten wie Sympathien des Vorstandsvorsitzenden für einen Superverband, in dem der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger mit aufgeht. Ein Verlagssprecher erklärte auf Anfrage: "Unser Haus betreibt keine Fusion von BDZV und VDZ. Die Axel Springer AG ist zufriedenes Mitglied beider Verbände und beabsichtigt, dies auch weiterhin zu sein. Einen Austritt aus VDZ und BDZV haben wir weder erwogen noch angedroht."
Der VDZ  teilte auf MEEDIA-Anfrage mit: "Die Führungsgremien des VDZ haben im vergangenen Jahr den Vertrag von Wolfgang Fürstner verlängert und sich einvernehmlich darauf geeinigt, dass er nach über 30 Jahren zum 31.12.2011 in den Ruhestand gehen wird. Die berufenen Gremien des VDZ befassen sich derzeit mit der Nachfolgefrage. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Notwendige Informationen über Ergebnisse werden zu gegebener Zeit erfolgen. Auch die Spekulationen um das Präsidentenamt sind abwegig. Die Delegiertenversammlung hat im vergangenen Jahr Prof. Dr. Burda für eine weitere Amtszeit bis Mitte 2012 gewählt. Dieses Thema steht nicht auf der Tagesordnung."

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