Marmor: keine Einschüchterungen bei Recherche

Der NDR-Intendant Lutz Marmor hat am Samstag auf der Jahreskonferenz der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche in seinem Grußwort an die Berichterstatter appelliert, sich bei der Recherche nicht von juristischen Gegenmaßnahmen einschüchtern zu lassen. Er kritisierte die Tendenz, dass Firmen oder Privatpersonen zunehmend versuchen, unliebsame Berichterstattung mit juristischen Mitteln zu verhindern.

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"Wird ein Teilerfolg errungen, wird das öffentlichkeitswirksam per Pressemitteilung verkündet, obwohl der Kern der Berichterstattung davon unberührt bleibt", so Marmor. Sender wie Verlage bräuchten mehr denn je neben einem langen Atem und den nötigen finanziellen Mitteln auch eine gute juristische Beratung. "Wir verlangen von unseren Leuten korrekte und sorgfältige Arbeit. Wenn etwas Falsches behauptet wurde, muss das im Programm richtig gestellt werden", so Marmor weiter. "Der Druck finanzstarker Lobbyisten darf umgekehrt aber nicht dazu führen, Berichterstattung zu verhindern!"
Die Mitgliederversammlung von Netzwerk Recherche hatte zuvor am Freitag folgende Erklärung beschlossen: "netzwerk recherche e.V. tritt für die Informationsfreiheit und die Unabhängigkeit des Journalismus in Deutschland ein. Die Kollegen Arndt Ginzel und Thomas Datt müssen sich wegen ihrer Recherchen und der Berichterstattung zum Fall ‚Sachsensumpf‘ derzeit vor dem Amtsgericht Dresden wegen des Vorwurfs der Verleumdung verantworten. netzwerk recherche kritisiert die Tendenz, recherchierende Journalisten mit strafrechtlichen Verfahren bei ihrer Arbeit zu behindern."

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