Google investiert in Social Games

Der Internet-Konzern Google versucht weiter, im Social Web Fuß zu fassen. Laut dem US-Blog TechCrunch hat Google zwischen 100 und 200 Mio. Dollar in den Social-Games-Hersteller Zynga investiert. Das ist die Firma, die extrem populäre Online-Spiele wie FarmVille oder MafiaWars anbietet, die vor allem bei dem weltweit führenden Social Network Facebook gespielt werden. In der zweiten Jahreshälfte soll Google zudem den Start von Google Games planen. Erste Stellenausschreibungen gibt es schon.

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So sucht Google über die eigene Website einen Product Management Leader Games für die Zentrale in Mountain View. Social Games gelten als absoluter Wachstumsmarkt und Zynga ist in diesem Business der größte Spieler. In der ersten Hälfte von 2010 soll die FarmVille-Firma rund 350 Mio. Dollar umgesetzt haben. Schätzungen für 2011 gehen von einem Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar aus. Weltweit spielen nach Schätzungen über 230 Millionen Menschen Zynga-Games.

Zynga und andere Social-Games-Anbieter verdienen ihr Geld mit virtuellen Gütern. Um Fortschritte im Spiel zu erzielen, kann man sich für echtes Geld Spielgeld kaufen und damit beispielsweise bessere Tiere oder Gebäude für die Farm im Spiel erwerben. Gerade hat Zynga sein neustes Spiel, FrontierVille, vorgestellt, bei dem Spieler ein Westernstädtchen aufbauen müssen. Die Spiele von Zynga sind so gestaltet, dass man nur erfolgreich sein kann, wenn man weitere Spieler zum mitmachen motiviert und möglichst oft wiederkommt. Für manche Zeitgenossen entwickeln diese Spiele einen regelrechten Suchtfaktor. Damit man auch unterwegs mit Zynga zocken kann, gibt es FarmVille mittlerweile auch als iPhone App.

Für Google hat ein Investment in Zynga gleich mehrere strategische Bedeutungen. Zum einen bekommt der Such-Riese damit endlich einen Fuß beim Social Web in die Tür. Bisherige Versuche von Google, mit Diensten wie Wave, Buzz oder Orkut den Social-Web-Riesen wie Facebook oder Twitter Konkurrenz zu machen, bleiben im Ansatz stecken. Über FarmVille und Co. partizipiert Google dann aber selbst direkt an der Erfolgsstory von Facebook. Das weltgrößte Social Network ist die Plattform, über die die meisten Social Games gespielt werden.

Zum anderen weist TechCrunch mit Recht darauf hin, dass ein Deal mit Zynga auch einen Schub für Google Online-Bezahlsystem Checkout bedeuten könnte. Bisher werden Transaktionen bei Zynga-Spielen mittels der Checkout-Konkurrenz PayPal abgewickelt. Sollte Google Games mit Zynga-Beteiligung starten, könnte sich das bald ändern.

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