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“…schalten wir live zum Kraken-Orakel”

Krake Paul hat gesprochen. Zum letzten Mal für diese Fußball-WM - und wenn er recht hat, gewinnt Deutschland gegen Uruguay und Spanien gegen Holland. Bemerkenswerter noch als die Prognose-Genauigkeit des rückgratlosen Tieres, ist die Paul-Besessenheit der Nachrichtensender, die das Orakel live übertrugen. Und sonst: kaufen und spotten als Medientrends, Online-Rollenspieler sollen bald nicht mehr anonym draufhauen dürfen und man kann raten, wer die nächste Dschungelshow bei RTL bevölkert.

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Das Krake Paul hat wieder orakelt. Demnach gewinnt Deutschland das Spiel um den dritten Platz gegen Uruguay am Samstag und Spanien wird Weltmeister. Na ja, das hätten vielleicht auch weniger versierte Orakel vorhergesagt. Man wird sehen, ob’s stimmt. Die “Nachrichten”-Sender N24 und n-tv übertrugen das Kraken-Orakel tatsächlich live. Wo führt das noch hin? “Atombombe in Washington gezündet….aber jetzt erst einmal live nach Oberhausen zum Kraken-Orakel..” Hat eigentlich auch irgendjemand mal ausgerechnet, um wieviel der Umsatz des Sea-Life-Aquariums in Oberhausen wegen dem weltberühmten Kraken während der WM gestiegen ist?

Zwei Mega-Trends im Mediengeschäft: Promis verspotten und Hefte kaufen. Trendsetter in diesem Sinne ist Gruner + Jahrs Frauen-Mann Volker Breid. Er hat gerade erst das Fußball-aber mit Hirn-Heft 11 Freunde gekauft und machte kurz danach in einem Interview in der Horizont dem Titel Grazia aus dem Hause Klambt schöne Augen. Breid sagte relativ eindeutig: "Wir beobachten den Trend, die Überhöhung von Stars zu hinterfragen und sie auch mal von ihrer menschlichen Seite zu zeigen." Was das mit der “menschlichen Seite” bedeutet, lässt sich anhand diverser Speckröllchen und verrutschter Hosen aktuell in Burdas Neugründung Chatter besichtigen. Aber ein eigenes Blatt mit Trash-Appeal hat Breid nicht im Sinn.

Die Diskussion um Anonymität im Netz erreicht Bereiche, von denen man es nie für möglich gehalten hätte. Die Spiele-Firma Blizzard versucht jetzt tatsächlich, für ihren Online-Rollenspiel-Hit “World of Warcraft” einen Klarnamen-Zwang durchzudrücken. Der schreckliche Krieger mit dem schartigen Schwert heißt dann halt nicht mehr Mighty Balrog, sondern Hans Müller. Erwartungsgemäß laufen die Spieler Sturm gegen die Entscheidung. Blizzard will mit dem Schritt die Diskussions- und Spielkultur fördern. Durchsetzen könnte die Firma einen Klarnamen-Zwang ohne weiteres. Immerhin ist Blizzard im Besitz von Kreditkarten oder Bankdaten, da “World of Warcraft” nur als kostenpflichtiges Abo gespielt werden kann. Sollte der Sturm der Entrüstung aber zu Massenkündigungen von Abos führen, überlegen sich es die Spiele-Herren vielleicht doch nochmal, was ihnen lieber ist: Kultur oder Cash.

Die mit Abstand beste Nachricht bei der Vorstellung des neuen RTL Programms für die kommende TV-Saison lautete: Das Dschungelcamp kehrt zurück! Endlich mal wieder ein Grund, den Fernseher regelmäßig einzuschalten. RTL hat ein Jahr Dschungel-Pause gemacht, jetzt darf man sich auf eine Neuauflage der Show freuen, die sich so gekonnt selbst parodiert. Und man kann sich schon mal fragen, wer diesmal zum Larven-Menü in den australischen Busch reist. Wunschkandidaten wären: Verona Pooth (braucht Geld), Jürgen Drews (endlich!), Daniela Katzenberger (als Ersatz, falls Verona sich ziert), irgendwelche Hühnchen aus einer dieser Casting-Bands (Bloomberry, Monroe oder so ähnlich) und als absoluter Wunschkandidat und bei Teilnahme schon vorab gesetzter Dschungelkönig: Gunther Gabriel.

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