„Oh, das tut so stierisch weh“

"Schland der Tränen" (Bild): Für Deutschland ist der Traum vom WM-Titel vorbei. "Aus einer fußballerischen Symphonie wurde ein Krampfspiel" (taz). Und alle Welt fragt sich, wo ist sie geblieben, die deutsche Leichtigkeit der letzten Spiele? "Der Traum vom Finale blockierte die Beine", so Spiegel Online. Dennoch: "Die junge deutsche Mannschaft hat eine großartige Zukunft. Ein verlorenes Spiel kann daran nichts ändern" (Bild).

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FR Online, Thomas Kilchenstein
"Und doch zählt diese deutsche Elf zu den großen Gewinnern der Weltfestspiele des Fußballs. Noch vor vier Wochen hätte kaum jemand mit einem derart couragierten, auch sympatischen Auftreten gerechnet. Den deutschen Fußballern flogen die Herzen der halben Fußballwelt zu. Mit Recht."

Welt Online, Stefan Frommann
"Joachim Löws Multi-Kulti-Truppe hat aus Deutschland „Schland“ gemacht. Das klingt nicht mehr so teutonisch hart, und es passt vor allem zu diesen Jungs, zu ihrer Art Fußball zu spielen. Eleganz statt Kraftakt. (…) Der deutsche Fußball hat den Umbruch erfolgreich vollzogen, deutlicher als durch acht Tore über England und Argentinien konnte er das nicht unter Beweis stellen. Die Epoche der Rumpelfüßler ist beendet. Die Enttäuschung über das Aus gegen Spanien ist groß. So wie die Liebe zwischen Teresa und Robert Enke kein Happy End bekam, verhält es sich jetzt leider auch für das Partyvolk und diese hoffnungsvolle Mannschaft."

Spiegel Online, Birger Hamann
"Was hatten sie bisher für eine WM gespielt: bestechend schönen Tempofußball, effizient, taktisch klug und torgefährlich. Und plötzlich im Halbfinale schien die junge Mannschaft jeglichen Mut, jedes Feuer verloren zu haben. Der Traum vom Finale blockierte die Beine, die Leidenschaft, den Spielwitz. Kaum ein Spieler präsentierte sich in der Form der vorherigen Partien."

Stern.de, Klaus Bellstedt
"Die größtenteils begeisternden Leistungen in Südafrika haben alles noch mehr zusammenwachsen lassen. Große Teams zeichnet aus, dass sie auch in Niederlagen zueinander stehen und diese richtig einordnen können."

Süddeutsche Zeitung, Christian Zaschke
"Wie demütig die Deutschen ihr Spiel anlegten, zeigt die Tatsache, dass sie lange fast körperlos spielten. Nun ist es nicht ganz einfach, das schnelle Spiel der Spanier mit Härten oder gar Fouls zu unterbrechen, es ist aber nicht unmöglich. Paraguay hatte im Viertelfinale vorgemacht, wie man die Passwirbel durch hartes, aber nicht unfaires Spiel oft unterbindet. Die Deutschen hingegen gerieten immer stärker unter Druck, sie waren immer wieder damit beschäftigt, die Kugel per Befreiungsschlag aus der Gefahrenzone zu befördern. Ihre bisher große Stärke im Turnier, das Umschalten von Abwehr auf Angriff, kam daher kaum zum Vorschein."

Badische Zeitung, Martina Phillipp
"Spanien ist zu stark für die Deutschen."

Süddeutsche Zeitung, Ralf Wiegand
"Wir sahen eine Gruppe meistens mutiger, gut gelaunter Jungs, ehrgeizige Sportler mit Spaß am Spiel und Lust auf Erfolg. Die deutsche Nationalelf bei dieser WM wirkte wie eine Mannschaft im besten Sinne, eine Gruppe, die keinen Wert auf die Herkunft des Einzelnen legt, sein Aussehen, seine intellektuellen Schwächen. Die Mannschaft im klassischen Sinne ist das Ideal einer Gesellschaft, die das Talent jedes Einzelnen zur Geltung bringt, um sich gemeinsam zu entwickeln. Kurz: Diese Mannschaft dort in Südafrika, sie war wie ein Traum."
Eurosport
"WM 2010- … und Deutschland sah, dass es gut war."

FAZ, Roland Zorn
"Die verdiente 0:1-Niederlage gegen Europameister Spanien im Halbfinale von Durban als Scheitern zu bewerten, wäre indes unangemessen. Dafür hat das Team von Bundestrainer Joachim Löw im Laufe des Turniers viel zu oft die Massen daheim und am Kap begeistert. Mit ihrem jugendfrischen, phantasievollen Erobererfußball hat diesmal die erste Fußballelf des Landes die Welt überrascht – vier Jahre, nachdem das gastfreundliche Land bei der WM 2006 die Entdeckung schlechthin war."

Berliner Zeitung
"oh, das tut so stierisch weh."
"Verschwunden. Verloren. Verdammt noch mal! Aber nein, es war nicht der Streit zwischen Lahm und Ballack, der unser Glück vom vierten Stern zerstört hat. Es war auch nur zum Teil das Fehlen von Thomas Müller, obwohl uns dessen Unbekümmertheit so sehr fehlte. Es war etwas viel Gravierenderes: Das spanische Spiel hat uns besiegt, diese unnachahmliche Art, den Ball und den Gegner laufen zu lassen."

Taz, Andreas Rüttenauer
"Die deutsche Maschine war abgestorben. Die Musik wurde ganz leise. Aus einer fußballerischen Symphonie wurde ein Krampfspiel und die Deutschen mussten einsehen, dass gegen eine Mannschaft wie Spanien nichts zu erzwingen ist."

Tagesspiegel
"Eine neue, mutige deutsche Mannschaft schien doch eigentlich die Spanier herauszufordern zu wollen. Darauf deutete der bisherige Verlauf der WM hin mit den furiosen Siegen gegen England und Argentinien. Und beinahe die Hälfte der deutschen Spieler, fünf an der Zahl, war nicht dabei, als die Nationalelf das Finale der EM 2008 verlor. Die neue Sommerfrische der deutschen Auswahl wehte jedoch nicht über den Rasen von Durban."

Bild.de
"Die junge deutsche Mannschaft hat eine großartige Zukunft. Ein verlorenes Spiel kann daran nichts ändern. Im Gegenteil: Aus solchen bitteren Niederlagen kann mal viel lernen. Bundestrainer Jogi Löw sollte jetzt schnell seinen Vertrag verlängern und seinen Weg mit dieser Elf weitergehen."
"Wir sind trotzdem stolz auf unsere Jungs"

Daily Telegraph, Henry Winter (UK)
"Niemand hatte die spanische Inquisition in der Luft erwartet. Niemand hatte erwartet, dass der amtierende Europameister, der Meister im komplizierten Passspiel, mit einem Kopfball das Tor erobert."

"Vielleicht waren die Deutschen von einem falschen Gefühl von Sicherheit geblendet. Deutschland als gut eingespieltes Team hat sich für den Bruchteil einer Sekunde überraschend ausschalten lassen – Und schon hatte Spanien seine Chance."

Sun (UK)"Deutschland war vielleicht weniger stark als erwartet, aber sie haben einen guten Job gemacht:"
El Pais (Spanien
"Die beste Spanische Elf steht zum ersten Mal in einem WM-Finale."

Marca (Spanien)
"Die Besten der Welt…und am Sonntag Weltmeister!"
El Mundo (Spanien)
"Ein denkwürdiges Finale"
ABC (Spanien)
"Es ist kein Traum – Spanien im Finale!"

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