Zeitungsmarkt München: Süddeutsche siegt

Nach Berlin und Hamburg blickt MEEDIA heute mit Hilfe der IVW-Verbreitungsanalyse 2010 auf den spannenden Zeitungsmarkt München. Hier kämpfen u.a. die Regionalblätter Abendzeitung, TZ und Münchner Merkur um Käufer, hinzu kommt die Bild und natürlich die in München ansässige Süddeutsche Zeitung. Und: Wahrscheinlich für viele überraschend, entscheidet die Süddeutsche die Stadt für sich und liegt mit 112.960 verkauften Zeitungen deutlich vor der Konkurrenz.

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Für alle neu hinzugekommenen Leser unserer Zeitungsmarkt-Reihe hier nochmal ein paar Erläuterungen: Wie schon für unsere Auswertungen für Berlin und Hamburg haben wir auch diesmal die Verbreitungsanalyse Tageszeitungen der IVW herangezogen. Sie erscheint alle zwei Jahre und bietet detaillierte Verkaufszahlen fast aller deutschen Blätter bis auf die einzelnen Gemeinden heruntergerechnet. Die IVW-VA bietet damit hochinteressante Daten für jeden Zeitungsmarkt der Republik. Für diese detaillierte Analyse melden alle teilnehmenden Verlage für eine Messwoche – diesmal war das die vom 9. bis 15. November 2009 – ihre nach Gemeinden aufgeschlüsselten Verkaufszahlen an die IVW. Dort werden die gemeldeten Zahlen dann auf das aktuelle Quartal – in diesem Fall das erste Quartal 2010 – hochgerechnet.

Die Süddeutsche Zeitung ist in München das einzige Blatt, das sich montags bis freitags mehr als 100.000 mal verkauft. Vor zwei Jahren, bei der letzten IVW-VA lagen auch die tz und die Abendzeitung noch über dieser Marke, doch inzwischen verloren beide Titel einige Käufer. Die Abendzeitung büßte dabei weniger ein, als die Konkurrenz und zog an der tz vorbei auf Rang 2. Den Samstag mit eingerechnet läge die tz nach eigenen Angaben aber weiterhin knapp vor der Abendzeitung. Mit deutlichem Abstand folgt auf Platz 4 die Bild, die sich 48.631 mal verkauft, mit weiterem  Abstand belegt der Münchner Merkur Platz 5. Der Merkur ist dafür im Landkreis München stärker, der in unserer Analyse der Landeshauptstadt nicht eingerechnet wurde.

Das Feld der weiteren überregionalen Zeitungen wird von der F.A.Z. angeführt, die im Gegensatz zu Berlin und Hamburg vor dem Springer-Duo Welt / Welt kompakt liegt. Ebenfalls interessant: Im Gegensatz zu Berlin und Hamburg liegt der ewige Handelsblatt-Verfolger Financial Times Deutschland in München schon vorn – wenn auch mit 8.935 zu 8.696 denkbar knapp. Komplettiert wird die Top Ten Münchens von der taz und 1.511 Käufern, die Frankfurter Rundschau belegt mit 1.184 Rang 11.

Ab Platz 12 folgen in der Münchner Zeitungs-Bestsellerliste vor allem Regionalzeitungen aus dem Rest Bayerns wie die Passauer Neue Presse, das Duo Straubinger Tagblatt / Landshuter Zeitung und das Oberbayerische Volksblatt. Dazwischen geschoben haben sich noch Der Tagesspiegel und die Berliner Zeitung, sowie Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten. Platz 20 geht an das Neue Deutschland, deren 48 Münchner Käufer sich jeden Tag per Handschlag begrüßen könnten.

Mit ca. 34 montags bis freitags gekauften Zeitungen pro 100 Einwohnern, bzw. sogar 44 pro 100 deutschen Einwohnern ist München vor Frankfurt/Main die größte Zeitungsstadt der fünf bevölkerungsstärksten deutschen Metropolen. Berlin und Hamburg liegen deutlich dahinter. In der nächsten Folge unserer Zeitungsmarkt-Reihe beschäftigen wir uns dann mit der viertgrößten Stadt des Landes: Köln.

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