Zeitungsmarkt Frankfurt: Bild und FR vorn

In kaum einer deutschen Stadt werden mehr Zeitungen pro 100 Einwohner verkauft als in Frankfurt/Main - ca. 32 sind es montags bis freitags. Und in kaum einer anderen Stadt ist die Aussage, welches Blatt das meistverkaufte ist, so kompliziert zu beantworten. MEEDIA versucht es dennoch - anhand der aktuellen IVW-Auflagen der Verbreitungsanalyse Tageszeitungen. Das Ergebnis: Montags bis freitags verkauft sich die Bild am besten, montags bis samstags die Frankfurter Rundschau.

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45.329 mal geht die Frankfurter Bild-Ausgabe montags bis freitags über die Ladentische der hessischen Metropole. Das sind zwar rund 5.000 weniger verkaufte Zeitungen als noch vor zwei Jahren, doch immer noch ein paar mehr als beim Zweitplatzierten Frankfurter Rundschau, der auf eine Verkaufszahl von 44.702 kommt. Berechnet man den Samstag mit ein, kehrt sich die Reihenfolge an der Spitze allerdings um. So kaufen 52.773 Frankfurter die Samstags-FR, aber nur 37.568 die Samstags-Bild. Gemeinsam mit den Zahlen von Montag bis Freitag läge nun also die FR vorn.

Noch komplizierter wird es, wenn man die beiden anderen großen Frankfurter Kontrahenten in die Rechnung einbezieht. So werden die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Regionalausgaben der Frankfurter Neuen Presse im Frankfurter Raum gemeinsam als RheinMainMedia vermarktet. Würde man nun also diese gemeinsame Verkaufsauflage werten, läge die Vermarktungseinheit "RMM Gesamt" mit 59.630 in Frankfurt verkauften Zeitungen vor Bild und FR. Da wir in unserer Reihe von Zeitungsmarkt-Analysen aber zeigen wollen, welche Zeitungen sich am besten verkaufen – und nicht welche Vermarktungszusammenschlüsse – liegen F.A.Z. und FNP auf den Rängen 3 und 4.

Die Verkaufszahlen der Frankfurter Neuen Presse mussten wir dabei selbst errechnen, da die FNP nur gemeinsam mit der F.A.Z.-Regionalausgabe Rhein-Main-Zeitung ausgewiesen wird. Abzüglich der verkauften F.A.Z.-Ausgaben käme die Frankfurter Neue Presse mit ihren Regionalausgaben in der Stadt Frankfurt laut MEEDIA-Berechnungen auf ca. 22.500 verkaufte Zeitungen. Offiziell ist diese Zahl jedoch nicht, wir veröffentlichen sie daher auch ohne Gewähr.

Ab Platz 5 folgen dann die überregionalen Blätter, die ihre Heimat nicht in Frankfurt haben. Sie sind in der Finanzmetropole überdurchschnittlich stark. Vor allem das Handelsblatt und die Financial Tims Deutschland haben in Frankfurt/Main ihre Hochburgen. Das Handelsblatt liegt mit 13.924 verkauften Zeitungen sogar vor der Süddeutschen, die FTD mit 12.571 nur knapp dahinter. Vor dem Trio platziert sich noch das Duo Welt / Welt kompakt. Ab Platz 9 sehen die Verkaufszahlen deutlich geringer aus. die tageszeitung erreicht in Frankfurt 1.062 Käufer, das Neue Deutschland 102 und der Rest des Feldes weniger als 100. Auf den Rängen 11 bis 15 liegen dabei die Berliner Zeitung, Der Tagesspiegel, das Duo Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten, sowie die hessischen Regionalblätter Wiesbadener Kurier/Tagblatt und Darmstädter Echo.

Insgesamt liegt der Zeitungskonsum in Frankfurt/Main mit ca. 32 pro 100 Einwohner verkauften Blättern auf Platz 2 unter den fünf größten deutschen Städten – und damit deutlich vor Hamburg, Köln und Berlin. Wie es in den 50 größten deutschen Städten aussieht – welche Stadt also die größte Zeitungsstadt Deutschlands ist – und wo die Leute Zeitungen meiden – das klären wir in der nächsten Analyse aus unserer Reihe über Deutschlands Zeitungsmärkte.

Zum Schluss nochmal die wichtigsten Erläuterungen zu unserer Reihe der Zeitungsmarkt-Analysen: Wie schon für unsere Auswertungen für BerlinHamburgMünchen und Köln haben wir auch diesmal die Verbreitungsanalyse Tageszeitungen der IVW herangezogen. Sie erscheint alle zwei Jahre und bietet detaillierte Verkaufszahlen fast aller deutschen Blätter bis auf die einzelnen Gemeinden heruntergerechnet. Die IVW-VA bietet damit hochinteressante Daten für jeden Zeitungsmarkt der Republik. Für diese detaillierte Analyse melden alle teilnehmenden Verlage für eine Messwoche – diesmal war das die vom 9. bis 15. November 2009 – ihre nach Gemeinden aufgeschlüsselten Verkaufszahlen an die IVW. Dort werden die gemeldeten Zahlen dann auf das aktuelle Quartal – in diesem Fall das erste Quartal 2010 – hochgerechnet.

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